Bestehendes Gebiet soll erweitert werden

Ahnataler CDU will neue Gewerbeflächen

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Hier könnten sich bald weitere Unternehmen niederlassen: Geht es nach der CDU, soll das Ahnataler Gewerbegebiet um die bisher landwirtschaftlich genutzte Grünfläche nördlich der Straße Im Siegen am Ortseingangsschild von Weimar erweitert werden. Das Areal befindet sich in direkter Nachbarschaft zum bestehenden Gewerbegebiet.

Ahnatal. Die Ahnataler Christdemokraten fordern erneut, das bestehende Gewerbegebiet um 30.000 Quadratmeter zu erweitern.

Ahnatal. Sie geben nicht auf: Die Mitglieder der Ahnataler CDU-Fraktion werden bei der nächsten Gemeindevertretersitzung erneut einen Antrag einbringen, das rund 50.000 Quadratmeter große Gewerbegebiet im Ortsteil Weimar zu erweitern. Die Christdemokraten hatten einen entsprechenden Antrag zuletzt vor zwei Jahren gestellt – und waren gescheitert. Wie schon 2014. Und 2012. Insgesamt ist es laut CDU bereits der sechste Anlauf.

„Diesmal sieht es aber gut aus“, sagt Rüdiger Reedwisch, Vorsitzender der Ahnataler Christdemokraten. Der Antrag verfolgt das Ziel, das direkt an der Kreisstraße K30 in Richtung Calden-Fürstenwald gelegene Gewerbegebiet um 29.700 Quadratmeter zu erweitern.

CDU hofft auf SPD

Rüdiger Reedwisch

„Bislang hat Rot-Grün alles geblockt“, sagt Reedwisch, „aber wir haben von der SPD mittelfristige Signale erhalten, dass sie sich mit dem Thema doch anfreunden könnten“. Sollten die Grünen wieder dagegen stimmen, könne er gut damit leben, sagt Reedwisch. Denn die Stimmen von CDU und SPD hätten im Gemeindeparlament eine komfortable Mehrheit.

Bereits im 2016 formulierten Wahlprogramm für die Kommunalwahl hatte die SPD das Ziel formuliert, die Gewerbeflächen in Ahnatal weiterzuentwickeln – allerdings mit dem Zusatz „im Bedarfsfall“.

Michael Aufenanger

Laut Bürgermeister Michael Aufenanger besteht durchaus Bedarf. „Unser Gewerbegebiet platzt aus allen Nähten“, sagt der CDU-Rathauschef. In der Vergangenheit habe es immer wieder Anfragen von potenziell neuen Gewerbetreibenden gegeben, die jedoch aus Mangel an Platz nicht konkret werden konnten.

Deshalb wäre ein Votum für die Gebietserweiterung aus Sicht von Rüdiger Reedwisch „als Startsignal unverzichtbar“.

Das Gewerbegebiet im Norden von Weimar besteht seit 1994. Seitdem haben sich dort 34 Betriebe angesiedelt. Eine Besonderheit auf dem Areal: Lediglich 51 Prozent der Fläche müssen gewerblich genutzt werden, bis zu 49 Prozent dürfen Wohnraum sein. Deshalb befinden sich auf dem Gebiet auch Wohnhäuser.

Dass sich das Gewerbegebiet positiv entwickelt, verrät ein Blick auf die Gewerbesteuereinnahmen aus dem Gewerbegebiet. Die Quote steigt seit Jahren an: Stammten 2010 noch weniger als zwölf Prozent der Einnahmen aus dem Gewerbegebiet, waren es 2013 schon mehr als 16 Prozent. Neuere Zahlen liegen der Gemeinde noch nicht vor. „Wenn sich mehr Gewerbetreibende in Ahnatal ansiedeln, wirkt sich das positiv auf unsere Einnahmen aus und stärkt unsere Gemeinde“, so Reedwisch. Er führt zudem das Argument an, dass das anvisierte Grundstück in privater Hand ist und die Eigentümer „verkaufswillig“ seien.

Ob die CDU für ihren Antrag diesmal tatsächlich eine Mehrheit findet, wird sich in der öffentlichen Gemeindevertretersitzung am Donnerstag, 4. Mai, ab 19.30 Uhr im Bürgersaal zeigen.

SPD: Investitionen im Blick behalten

Im Haupt- und Finanzausschuss, der bereits getagt hat, stimmten die Ahnataler Sozialdemokraten dem Antrag der CDU zu, das Gewerbegebiet zu erweitern. „Die SPD unterstützt den Aufstellungsbeschluss für ein Gewerbegebiet zur Ansiedlung von kleineren und mittleren Betrieben, welche nicht innerhalb von Mischgebieten angesiedelt werden dürfen“, teilte SPD-Fraktionsvorsitzender Thomas Dittrich-Mohrmann mit. 

Gesicherte Kostenschätzung 

Den – nach mehrmaligem Ablehnen in der Vergangenheit – nun überraschenden Schritt begründet er unter anderem damit, dass die Gemeindevertretung durch den Beschluss eine gesicherte Kostenschätzung zu den möglichen Erschließungskosten erhalte. „Diese sind die Basis für eine Entscheidung nach Wirtschaftlichkeit“, sagt Dittrich-Mohrmann, betont aber auch: „Die spätere Entscheidung muss die Gesamtheit aller möglichen großen Investitionsvorhaben der Gemeinde berücksichtigen und deren Nutzen gegenüberstellen.“ Schließlich müssten in diesem Jahr größere Investitionsentscheidungen getroffen werden. Dittrich-Mohrmann nennt exemplarisch die Sanierung des Gemeindezentrums, Neubaugebiete, Straßensanierungen sowie die Sanierung der Stahlbergbaude. 

Beteiligung in Calden 

Dass die SPD in den Jahren zuvor den CDU-Antrag abgelehnt hatte, sei auch mit der Forderung nach einer Beteiligung der Gemeinde Ahnatal an einem interkommunalen Gewerbegebiet am Flughafen Calden verknüpft gewesen. „Zum damaligen Zeitpunkt stand diese Möglichkeit realistisch im Raum“, erinnert sich der Fraktionsvorsitzende. „Solch ein Gewerbegebiet hätte bedeutende infrastrukturelle Vorteile gegenüber dem Erweiterungsgebiet in Ahnatal gehabt.“ Gleichzeitig habe es damals keinerlei Interessensbekundungen seitens Ahnataler Betriebe für eine Erweiterung gegeben.

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