Diskussionen gehen weiter 

Ahnataler können sich nicht auf einen Krippenbetreiber einigen

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Platz für neue Kinderkrippe: Auf dem gemeindlichen Grundstück unterhalb der Gothaer Straße (Bildmitte, rechts hinter den Glascontainern) am Kammerberg könnte der Betreiber eine Tagesstätte errichten. Baurecht muss die Gemeinde erst noch schaffen.  

Ahnatal. Die schon lange währende Diskussion um die Einrichtung von zwei weiteren Kinderkrippen bleibt spannend. Der Haupt- und Finanzausschuss sowie der Ausschuss für Kultur und Soziales konnten sich jetzt in gemeinsamer Sitzung nicht auf einen Betreiber einigen.

Nur im Sozialausschuss gab es eine knappe Mehrheit für das Kinderhaus Calden, den Favoriten von Ahnatals Bürgermeister Michael Aufenanger (CDU). Doch auch der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) ist noch im Rennen. In der entscheidenden Gemeindevertretersitzung am 15. Dezember könnte es zu einem Patt kommen. Denn die Vertreter von Bündnis90/Die Grünen stimmten in den Ausschüssen nicht einheitlich ab.

Käme es zu keiner Einigung auf einen Betreiber, liefe der Gemeinde langsam die Zeit davon. Zwar sollen nach Angaben von Aufenanger die zusätzlichen Krippenplätze eher eine mittelfristig erwartete Nachfrage nach Plätzen für unter Dreijährige abdecken. Doch nach seinen Worten läuft das Zuschussprogramm des Bundes für solche Projekte schon Ende März 2017 aus. Klar ist bisher nur, dass die Gemeinde dem Betreiber der Krippe ein Grundstück zwischen Gothaer Straße und Rasenallee am Kammerberg zur Verfügung stellen wird, auf dem der Betreiber dann ein Gebäude errichtet. Dafür will die Gemeindevertretung noch dieses Jahr das Baurecht auf den Weg bringen.

Während sich der Bürgermeister, eine Mehrheit im Gemeindevorstand und die CDU-Fraktion und auch Gerlinde Schaub von den Grünen als Sozialausschussmitglied, eine Sozialarbeiterin, für das Konzept und das Angebot des Kinderhauses Calden stark machen, hat die SPD Vorbehalte und favorisiert den ASB, der im Rahmen eines Kuratoriums die Krippe mit der Gemeinde betreiben solle. Der ASB habe zugesagt im regelmäßigen Gespräch mit der Gemeinde zu bleiben, die dadurch stärker als beim Kinderhaus Einfluss nehmen könne, sagte Thomas Dittrich-Mohrmann, Fraktionschef der SPD. Außerdem zahle das Kinderhaus seinem Personal ein Gehalt, das deutlich unter dem Tarif des öffentlichen Dienstes liege. Andreas Jordan von der SPD lehnt das Konzept des Kinderhauses ab, auch schon die Jüngsten aufzunehmen. „Für Kinder, die erst sechs Monate alt sind, ist es nicht gut, in fremde Hände gegeben zu werden“, sagte er.

Die Befürworter des Kinderhauses argumentieren unter anderem mit dem Kostenfaktor. Während das Kinderhaus gewissermaßen ein All-inclusive-Paket anbiete, gebe es beim ASB ein hohes Risiko zusätzlicher Kosten, beispielsweise im Vorfeld der Errichtung der Krippe. Da könne einiges „on top“ kommen, sagte Aufenanger. Außerdem habe das Kinderhaus ein hohes Ansehen unter Eltern, sechs Ahnataler Kinder besuchten bereits die Einrichtung in Calden.

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