100.000 Euro für Baumaterial 

Ahnataler Sambiahilfe schickte Delegation nach Afrika 

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Machte sich ein Bild vor Ort: Reinhard Kraft (rechts) war einer von fünf Delegationsmitgliedern, die Projekte der Sambiahilfe vor Ort in Augenschein nehmen. Hier lässt er sich den Bau eines Dreifamilienhauses in Kafue zeigen.

Ahnatal. Seit 18 Jahren engagiert sich der Ahnataler Verein Christliche Sambiahilfe unter dem Motto „Für ein Dach über dem Kopf in Sambia“. 

Sambia zählt zu den ärmsten Ländern der Erde. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit beziffert den Anteil der in Armut lebenden Menschen in Sambia auf circa 9,7 Millionen Menschen. Das sind zwei Drittel der Bevölkerung. Jeder Zweite habe zu wenig essen und sei mangelernährt.

Um diesen Missständen entgegenzuwirken engagiert sich seit 18 Jahren der Ahnataler Verein Christliche Sambiahilfe unter dem Motto „Für ein Dach über dem Kopf in Sambia“. Ziel ist es dabei, Bauvorhaben durch die Finanzierung von Material zu unterstützen und somit Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten.

Um sich ein aktuelles Bild über laufende Projekte zu machen, hat die Ahnataler Hilfsorganisation nun eine fünfköpfige Delegation nach Sambia geschickt. Derzeit werden vier Bauprojekte dank Spendengeldern realisiert, die Sambiahilfe stellt dafür 100.500 Euro zur Verfügung. Die Delegation zeigte sich mit der Realisierung der Projekte zufrieden. In Chipembi finanziert die Sambiahilfe den Bau eines Schlaftrakts an einer Mädchenschule für 25.000 Euro. „Nach einem zögerlichen Anfang haben wir ein erstaunliches Tempo erlebt. Die Schule hat alle Vorleistungen erbracht. Wir wollen diesen Elan nicht stoppen“, berichtet Reinhard Kraft, Teilnehmer der Delegation. Entsprechend wurde eine Ratenzahlung in Höhe von 7500 Euro bewilligt, sodass der Schlafsaal bis Mitte Juli fertiggestellt werden kann.

Auch in Kafue schreiten die Bauvorhaben für ein Dreifamilien-Wohnhaus für Krankenschwestern einer ländlichen Klinik voran. 27.500 Euro hat die Sambiahilfe in Aussicht gestellt. Die Klinik liegt im Einzugsbereich von 9000 Menschen und hat sich vor allem durch eine umfassende HIV-Untersuchung und -Versorgung profiliert. Abgeschlossen ist der 2016 und 2017 finanzierte Bau eines Wohnhauses für die Gemeinde in Chadiza für 25.000 Euro. Weniger glücklich zeigten sich die Inspektoren vor Ort von einem Wohnhaus für die örtliche Gemeinde in Gwembe, das die Sambiahilfe mit 23.000 Euro unterstützt. Der Bau schreite langsamer als geplant voran, daher werde eine Ratenzahlung aufgeschoben.

Für das kommende Jahr sind weitere Bauvorhaben in Höhe von 50.000 Euro geplant. Reinhard Kraft zeigte sich mit der Exkursion zufrieden: „Die eingekauften Materialen entsprechen den Bauplänen und Berechnungen, die Preise dem üblichen Preisniveau, die Zahlungen den Rechnungen. Unser Geld wird ausschließlich für den Einkauf von Baumaterial verwendet.“ Eine Hilfe zur Selbsthilfe könne so gewährleistet werden. 

Stein auf Stein: Die Ahnataler Sambiahilfe unterstützt das von Armut gebeutelte Land mit der Finanzierung von Materialien für konkrete Bauvorhaben wie hier beim Bau eines Wohnhauses in Gwembe.

Die Republik Sambia liegt im Süden Afrikas. Mit einer Fläche von 752.614 Quadratkilometern ist sie circa doppelt so groß wie Deutschland. Die Einwohnerzahl beläuft sich aber nur auf gut 14,5 Millionen Menschen, davon leben rund 1,4 Millionen in der Hauptstadt Lusaka. Sambia war einst unter dem Namen „Nordrhodesien“ eine Kolonie Großbritanniens und wurde 1964 für unabhängig erklärt. Die offizielle Amtssprache ist deswegen noch Englisch. Hauptsächlich werden allerdings Bantusprachen, also Sprachen der verschiedenen Völker Süd und Mittelafrikas, gesprochen. Sambia gehört zu den Ländern mit der höchsten HIV-Infektionsrate. Im Jahr 2006 gab es 750.000 AIDS-Waisen in Sambia. Für das Jahr 2015 wurde damals mit einer Million Waisen gerechnet, was 20 Prozent der Kinder im Land entspräche. Die meisten der Waisen erhalten keine formale Schulausbildung. Sechs Prozent gelten als obdachlos, UNICEF spricht von zehn Prozent. Nur ein Prozent findet Platz in einem Waisenhaus. In den letzten Jahren ist die HIV-Infektionsrate etwas gesunken.

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