Absperrpfosten halten Autos fern

Freier Durchgang für Passanten: Erfolg für Behindertenbeauftragte in Ahnatal

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Freier Durchgang: Dank der Absperrpfosten kann der Gehweg vor dem Schreibwarenladen an der Dörnbergstraße in Weimar nicht mehr zugeparkt werden. Menschen mit Kinderwagen oder Rollator und Rollstuhlfahrer wie die Behindertenbeauftragten Katja Zöller und Markus Budenz müssen nun nicht länger auf die Straße ausweichen.

Ahnatal. Seit 2008 setzen sich Katja Zöller und Markus Budenz für behinderte Menschen in Ahnatal ein. Erfolgreiche Projekte gibt es einige - neue Herausforderungen allerdings auch.

Parkende Autos, die den Gehweg blockieren, das war bis vor kurzem ein alltäglicher Anblick vor dem Schreib- und Spielwarenladen an der Dörnbergstraße in Weimar. Doch nun verhindern Absperrpfosten das unerlaubte Parken auf dem Bürgersteig. Jahrelang hatten sich Ahnatals Behindertenbeauftragte Katja Zöller und Markus Budenz für eine Lösung des Problems eingesetzt. Nun waren sie erfolgreich. 

„Wie sind total glücklich und bekommen viele positive Rückmeldungen“, erklärt Katja Zöller. Die Gemeinde hat die Pfosten vor ein paar Wochen in Abstimmung mit der Ladeninhaberin gesetzt, nachdem andere Versuche, den Bürgersteig frei zu halten, nichts genützt hatten. Auf Ansprachen reagierten viele Autofahrer laut Bürgermeister Michael Aufenanger mit Unverständnis. Und auch schräg eingezeichnete Parkbuchten direkt vor dem Laden konnten nicht verhindern, dass Autos auf dem Gehweg abgestellt worden sind. „Rollstuhlfahrer oder Leute mit Kinderwagen mussten dann immer auf die Straße ausweichen. Das war auch ein Sicherheitsrisiko“, sagt Zöller. 

Besserer Zugang: Mit einer kleinen Betonrampe wurde das etwa vier Zentimeter hohe Blech am Eingang des Bürgersaals in Weimar an das Straßenniveau angeglichen.

Gemeinsam mit Markus Budenz setzt sie sich seit 2008 für die Belange behinderter Menschen in Ahnatal ein. „Wir haben schon einiges verändert und Barrieren abgebaut. Vieles geht auch schnell und unkompliziert“, erklärt sie.

So wurden in den vergangenen Monaten auf dem Gelände des Bühls Bordsteine abgesenkt, hohe Bordsteine an Straßenübergängen mit Asphalt an das Straßenniveau angeglichen, abgesenkte Pflastersteine neu gesetzt und ein etwa vier Zentimeter hohes Blech am Eingang zum Bürgersaal mit einer kleinen Betonrampe versehen. „Das geht dann auch mal auf dem kurzen Dienstweg“, sagt Markus Budenz. Und auch der Bürgermeister lobt die „hervorragende Zusammenarbeit zwischen den Behindertenbeauftragten und der Verwaltung“. 

Neue Projekte gehen Zöller und Budenz nicht aus. So muss der Fahrstuhl in der Sporthalle an der Rasenallee repariert werden. Mit dem Pächter der Minigolfanlage sind die beiden im Gespräch wegen des Einbaus einer behindertengerechten Toilette. Sie unterstützen den Fortbestand der Gruppe Miteinander und wollen gemeinsam mit der Behinderten-Sportgemeinschaft Kassel wieder ein Sitzballturnier in Ahnatal organisieren. Auch die Zusammenarbeit mit dem Seniorenbeirat soll intensiviert werden. „Wenn jemand ein Anliegen hat, kann er sich an uns wenden. Wie schauen uns das Problem dann an und suchen gemeinsam mit der Gemeinde nach einer Lösung“, erklärt Katja Zöller.

Kontakt: Katja Zöller, Tel. 0 56 09 / 80 30 37; Markus Budenz, Tel. 0 56 09 / 80 47 34. E-Mail: behindertenbeauftragte@ahnatal.de.

Info: Die Broschüre „Barrierefrei in Ahnatal“ ist kostenlos erhältlich im Rathaus, im Dienstleistungszentrum in Heckershausen und über die Homepage der Gemeinde unter www.ahnatal.de.

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