Leiterin der Helfensteinschule in Weimar: „Bei uns fallen keine Stunden aus“

Pinnwand auf dem Flur: Der Vertretungsplan – hier noch eine Übersicht aus dem abgelaufenen Schuljahr – hängt laut Schulleiterin Annerose Ziegler-Möller (vorn) und Lehrer Oliver Weinert für jeden Schüler sichtbar am Sekretariat.

Ahnatal. „Irritiert und sehr erstaunt" hat Annerose Ziegler-Möller, Leiterin der Helfensteinschule in Weimer, die Kritik von Schülern an der Grundschule. Während der Jugendversammlung bei den Ferienspielen hatten sich Kinder und Jugendliche zum Beispiel über die Toiletten beschwert.

Die seien zu alt und dringend sanierungsbedürftig. Auch wurde darauf hingewiesen, dass es weder Seife noch Handtücher gebe. Außerdem fehlte Schülern ein Vertretungsplan, andere forderten, dass alte und bisweilen kaputte Spielgeräte ersetzt werden sollten.

„Uns wurde attestiert, eine der beiden saubersten Grundschulen im Landkreis Kassel zu sein.“

An diesen Kritikpunkten sei nichts dran, meinten gestern bei einem Treffen in der Schule Ziegler-Möller und Ralf Franke vom Fachbereich Schule beim Landkreis Kassel. Dieser ist Schulträger und somit für den baulichen Zustand sowie die Ausstattung der Helfensteinschule verantwortlich.

Natürlich gebe es einen Vertretungsplan für fehlende Lehrer, betont die Schulleiterin. Dieser werde tagesaktuell geführt und „hängt bei uns offen und für die Schüler einsehbar an einer Pinnwand im Gang“, sagt Ziegler-Möller. „Bei uns fallen keine Stunden aus.“

Jeder Lehrer an der Helfensteinschule könne einen erkrankten Kollegen vertreten. Man arbeite im Team nicht nach Lehrbüchern, sondern mit Projekten jahrgangs- und klassenübergreifend. „Jeder kann als Vertreter einsteigen.“

Durch die parallele Projektarbeit stünden die Türen benachbarter Klassen offen, könnten Kinder entscheiden, wo und mit wem sie zusammenarbeiten wollten, sagt Lehrer Oliver Weinert. „Die Kinder helfen sich oft gegenseitig.“

Ersatzpapier: Auf der Fensterbank liegen Handtücher während des Schulbetriebs, um Missbrauch vorzubeugen. Sie werden laut Ralf Franke bei Bedarf von den Lehrern heruntergereicht.

Die insgesamt 32 Toiletten an der Helfensteinschule werden laut Franke während des Schulbetriebs täglich gereinigt, Halter mit Papierhandtüchern und Seifenspender ebenfalls täglich aufgefüllt.

Während der Ferienspiele hatten 150 Kinder neun Räume plus Turnhalle genutzt. Ihnen standen insgesamt 13 Toiletten und zusätzliche Waschgelegenheiten in jedem Klassenraum zur Verfügung.

Ersatz an Klopapier und Handtüchern wird laut Ziegler-Möller auf den höheren Fensterbänken bereitgehalten, um Missbrauch vorzubeugen. Bei Bedarf reiche ein Lehrer diese den Schülern herunter. Darauf hatte man sich nach einem Schülerparlament vor eineinhalb Jahren geeinigt, nachdem sich Kinder über den unsachgemäßen Umgang anderer mit dem Papier beschwert hatten. Und übrigens: Im Frühjahr sei die Helfensteinschule im Auftrag des Landes überprüft worden. Ziegler-Möller: „Uns wurde attestiert, eine der beiden saubersten Grundschulen im Landkreis Kassel zu sein.“

Von Michael Schräer

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