Betreuung besser als gefordert

Ahnatal wendet neues Kinderförderungsgesetz an – 50.000 Euro mehr vom Land

Gut betreut: In den drei Ahnataler Kindergärten bleibt die personelle Ausstattung auf dem alten Niveau und damit besser, als nach dem neuen KiföG als Mindeststandard gefordert. Davon profitieren auch Lenika (links) und Finja, die im Kindergarten Heckershausen mit Farben experimentieren. Unterstützt werden sie dabei von Erzieherin Kirstin Beister-Klaus. Foto: Schilling

Ahnatal. Größere Gruppen, ein schlechteres Betreuungsangebot und eine Abwertung des Berufsstandes der Erzieherin - Das fürchteten Mitarbeiter von Kindertagesstätten und demonstrierten im vergangenen Jahr gegen das geplante Hessische Kinderförderungsgesetz (KiföG). 

Welche Auswirkungen das am 1. Januar in Kraft getretene Gesetz tatsächlich haben wird, ist von Einrichtung zu Einrichtung verschieden.

Überhang von Stunden

Für die Gemeinde Ahnatal gilt: Sie könnte das Personal in den drei kommunalen Kindertagesstätten reduzieren. Nach einer Vergleichsrechnung vom März 2013 entsteht durch die Anwendung des KiföG ein Überhang von 123 Stunden pro Monat, der sich auf die Einrichtungen in Weimar, Heckershausen und am Kammerberg verteilt. Nimmt man diese Stundenzahlen zugrunde, könnte die Gemeinde laut Bürgermeister Michael Aufenanger rein rechnerisch etwa 33 500 Euro pro Jahr sparen.

Gleicher Personalschlüssel

Geplant ist eine Reduzierung des Personals in den Kindergärten aber nicht. Bereits im vergangenen Jahr hatten die Gemeindevertreter einstimmig beschlossen, „den bisherigen Personalschlüssel grundsätzlich bis auf Weiteres“ zu behalten.

„Es gibt momentan keine Bestrebungen, da etwas zu ändern“, erklärt der Bürgermeister. Zudem sei es auch gar nicht so einfach, die überzähligen Stunden einzusparen – da sie sich auf drei Kindertagesstätten und viele verschiedene Gruppen verteilen. Der Überhang ist entstanden, weil die Höhe des benötigten Personals nach dem neuen Gesetz pro Kind berechnet wird und nicht mehr wie früher nach der Anzahl der Gruppen. Sind die Gruppen nicht voll, reduziert sich der sogenannte Mindestfachkraftbedarf. Ahnatal wendet das KiföG seit Anfang des Jahres für die drei kommunalen Kindertagesstätten an und verzichtet damit auf eine bis zum 1. September 2015 geltende Übergangsfrist.

Mit Blick auf die finanzielle Förderung durch das Land Hessen stellt sich die Gemeinde durch das KiföG vermutlich deutlich besser als zuvor. Hier rechnet Ahnatal für dieses Jahr mit Mehreinnahmen in Höhe von 50 000 Euro.

Auch bei der Zusammensetzung der Gruppen verspricht sich die Kommune durch das neue Gesetz Vorteile und mehr Flexibilität. So gelte die frühere Regel, dass in altersübergreifenden Gruppen (mit maximal 20 Kindern) nicht mehr als zehn Kinder unter zwei Jahre alt sein dürfen, so nicht mehr. Insbesondere in Weimar, wo es bisher keine altersübergreifende Gruppe gibt, könnten damit zum neuen Kindergartenjahr zusätzliche Kinder zwischen zwei und drei Jahren aufgenommen werden.

„Man wird flexibler“, sagt Aufenanger. Er betont aber auch: „Jede Änderung muss pädagogisch sinnvoll sein.“

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