Blühstreifen und Insektenweiden helfen Rebhuhn und Lerche

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Engagieren sich für Artenvielfalt: Die Ahnataler Jäger Werner Wiedmann (links) und Hartmut Wilke kümmern sich seit 15 Jahren um Blühwiesen. Unter anderem pflanzen sie Sonnenblumen zum Schutz vor Greifvögeln.

Ahnatal. Innerhalb der Gemeinde Ahnatal hat das Projekt „Biologische Vielfalt in den Kommunen" zuletzt großen Anklang gefunden und dafür gesorgt, dass immer mehr Ahnataler sich im Bereich von Blühwiesen und Insektenweiden engagieren. Für Werner Wiedmann und Hartmut Wilke ist das Engagement für die Artenvielfalt Ehrensache.

 Die beiden Ahnataler Jäger kümmern sich bereits seit 15 Jahren zusammen mit drei Landwirten um sechs Blühwiesen in der Ahnataler Gemarkung.

Im Gegensatz zu den gemeindlichen Projekten blühen deren Wiesen aber erst im Spätsommer. „Die meisten Felder sind abgemäht, die Tiere hungern. Mit unseren Blühwiesen bieten wir dem Wild sowohl Kräuter als auch eine Rückzugsmöglichkeit“, erläutert Wiedmann die Intention. Es werde zeitlich versetzt gesät, sodass die Tiere das ganze Jahr über Nahrung fänden.

Der Erfolg ist bereits sichtbar. „Ich bin besonders stolz auf den Hasenbestand, der sich in den letzten Jahren sehr positiv entwickelt hat“, so Wiedmann. Aber auch Rebhühner, die es lange Zeit in Ahnatal nicht mehr gab, Fasane, Wachteln und Lerchen profitieren von den Blühwiesen.

Farbenfroh: Verschiedene Mischungen werden ausgesät und sorgen so für eine bunte Artenvielfalt.

Ein Problem sei allerdings häufig das fehlende Verständnis der Mitbürger. Auf vielen Blühwiesen wachsen Sonnenblumen, die Angriffe von Greifvögeln auf kleinere Tiere, zum Beispiel die Rebhühner verhindern sollen, deren Population sich erst im Aufbau befindet. Hier sei es in den vergangenen Jahren aber immer wieder zu einem Diebstahl der Pflanzen gekommen. Ähnlich verhalte es sich mit Blumen und Kräutern. „Viele Leute sammeln Kräuter für Tee oder pflücken unsere Pflanzen für Blumensträuße. Das ist nicht der Sinn einer Blühwiese“, ärgert sich Wiedmann.

Auch gebe es häufig ein Problem mit Haltern von Hunden, die auf den Wiesen frei herumliefen und dabei das Wild aufscheuchten. Deshalb säe man die Blühstreifen nun häufiger innerhalb der Felder.

Zusammen mit der Gemeinde möchten die Ahnataler Jäger Gespräche bezüglich einer Kooperation der beiden Projekte zur biologischen Vielfalt führen, um dadurch mehr Bürger für das Projekt zu sensibilisieren und zur Unterstützung zu ermutigen.

Von Tobias Kisling

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