Genossen hielten an ihm fest und luden Mitglieder zu Versammlung

Bürgermeisterwahl in Ahnatal: Kandidat sagte vorzeitig ab

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Stefan Giebel

Ahnatal. Noch kehrt keine Ruhe ein bei den Sozialdemokraten in Ahnatal. Es geht um die Frage: Wer war letztlich für die gescheiterte Kandidatensuche zur Bürgermeisterwahl am 9. November verantwortlich?

Glaubt man Vorstandssprecher Thomas Dittrich-Mohrmann, liegt die Schuld eindeutig bei Dr. Dr. Dr. Stefan Giebel aus Bad Emstal, der gegen Amtsinhaber Michael Aufenanger (CDU) antreten sollte. Giebel wiederum weist jede Verantwortung von sich. Und wehrt sich gegen die Behauptung, er haben in dem Verfahren unprofessionell gehandelt.

Der 39-Jährige, der Leiter des Kriminologischen Dienstes und der Justizvollzugsausbildungsstätte des Landes Thüringen ist, will zu keinem Zeitpunkt zugesagt haben, als Kandidat im November anzutreten.

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Giebel ist in einem SPD-Pool möglicher Bürgermeisterkandidaten gelistet, stellte sich im Mai zur Wahl für den Chefposten der Verwaltung in Homberg. Er schaffte es aber nicht in die Stichwahl.

Neun Monate habe er dort intensiv Wahlkampf geführt. „Wenn ich etwas mache, dann richtig“, sagt der Bad Emstaler. Jetzt erneut in Ahnatal anzutreten, habe er „von Anfang an kritisch gesehen“. Die Zeit bis Anfang November sei zu knapp gewesen, um sich als Kandidat von außen in die Ahnataler Politik einzuarbeiten und dann die Wähler für sich zu gewinnen.

Dennoch kam Stefan Giebel nach Ahnatal, um sich vorzustellen. Erstmals im Juni, und dann vor einem größeren Kreis aus Partei und Fraktion am 22. Juli. Zwei Tage später habe er dann erfahren, dass er der Kandidat der Ahnataler SPD sei, und sich Bedenkzeit erbeten, um schließlich am 28. Juli per E-Mail abzusagen.

Die Ahnataler SPD aber hielt am Kandidaten ihrer Wahl fest und versuchte ihn zu überzeugen, wie Fraktionschefin Iris Schmidt eingesteht. Sie habe mit Giebel telefoniert. Schließlich wurde ein Treffen bei ihr anberaumt mit den SPD-Vorständen Dittrich-Mohrmann und Stephan Hänes sowie dem Wunschkandidaten am Dienstag vor der Mitgliederversammlung.

Laut Schmidt sollte der Bad Emstaler überzeugt werden, für das Bürgermeisteramt zu kandidieren. Ohne Erfolg. Da waren die Einladung für die Mitgliederversammlung wegen einzuhaltender Ladefristen längst verschickt.

Bei der Suche nach einem Kandidaten, der ihren Ansprüchen genügen sollte, habe man sich „vielleicht manchmal nicht ganz einfach getan“, meint Hänes. Jetzt heiße es aber, „nach vorne schauen und neu anfangen“.

Von Michael Schräer

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