BMX-Retter sind gefragt

DRK Ahnatal fährt zur Deutschen Race Meisterschaft nach Hamburg 

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Proben den Ernstfall: Johannes Lieberknecht, Sanitäter, und Jan-Niklas Glusa, Rettungssanitäter (von links), veranschaulichen an Isabel Dux, Sanitäter, die Erstversorgung einer verletzten Person auf einem Spine Board. 

Ahnatal.  Wenn es darum geht BMX-Verletzungen zu behandeln, gehören die Sanitäter des DRK-Ahnatal zu den fittesten in Deutschland. 

Isabel Dux schaut etwas gequält. Die Halskrause hat ihren Nacken komplett immobilisiert – und es sieht nicht nur ungemütlich aus. Aber die Schmerzen sind sekundär. „Lieber eine halbe Stunde leiden, als später im Rollstuhl zu sitzen, weil die Halswirbelsäule verletzt ist“, sagt die Sanitäterin.

Isabel Dux simuliert an diesem Tag gemeinsam mit ihren Kollegen Jan-Niklas Glusa und Johannes Lieberknecht vom DRK Ortsverein Ahnatal einen Notfall, wie er auf einer BMX-Strecke regelmäßig vorkommt. Denn BMX-Rennen bergen ein riesiges Verletzungspotenzial. Verletzungen im Bauchraum, am Kopf, Rücken und Hals sind die Regel, wenn ein Fahrer stürzt. Bei Spitzengeschwindigkeiten von 55 km/h und Steilkurven, die bis zu 4,50 Meter hoch sein können, kein Wunder.

Das Team des DRK Ortsvereins Ahnatal weiß ganz genau, was nach einem solchen Sturz zu tun ist. Besonders, wenn es um Verletzungen bei BMX-Rennen geht, gehören die ehrenamtlichen Sanitäter aus Ahnatal zu den fittesten in Deutschland. Das liegt daran, dass auf der BMX-Strecke in Ahnatal zwei Mal im Jahr der Three Nations Cup ausgetragen wird. Immer mit dabei: die 25 Sanitäter des DRK Ahnatal. „Wir haben hier mittlerweile ein echtes Elite-Team, was das angeht“, sagt Rettungssanitäter Jan-Niklas Glusa. Denn die speziellen Anforderungen, die an die Sanitäter in einem BMX-Rennen gestellt werden, sind immer wieder Thema bei den Fortbildungen des Teams. „Wir stürzen uns ganz speziell auf diese Verletzungen in unseren Fortbildungen“, sagt Glusa.

Ihre Expertise ist gefragt

Ihre Expertise hat sich mittlerweile in ganz Deutschland herum gesprochen und hat acht Sanitäter des Ortsvereins nun nach Hamburg gebracht. Dort findet an diesem Wochenende die Deutsche BMX Race Meisterschaft statt. Normalerweise würden die sanitätsdienstlichen Einheiten aus Hamburg und der Region zum Einsatz kommen. Aber durch den bevorstehenden G20 Gipfel in Hamburg sind alle Einheiten der öffentlichen Sicherheit komplett für den Gipfel verbucht. Die Veranstalter des BMX-Rennens setzten einen Hilferuf ab, und der Leiter der Ahnataler BMX-Bahn Carsten Rövenstrunk vermittelte das DRK Team an den Hamburger Organisator.

Seit anderthalb Monaten bereitet sich das Team nun schon intensiv auf den Einsatz vor. Material musste bestellt, sortiert und in die zwei Wagen verladen werden, mit denen das Team nach Hamburg fährt. Außerdem mussten die Routen zu den nächstgelegenen Krankenhäusern geplant und gerade im Vorfeld zum G20-Gipfel einkalkuliert werden, dass möglicherweise Straßen gesperrt sein könnten. „Der Einsatz ist besondern spannend, da wir drei Tage durchhalten müssen“, sagt Glusa. Denn nach Hause fahren, um neues Material zu laden, geht in diesem Fall nicht. „Deshalb haben wir alles fünf Mal dabei“, sagt Isabel Dux. Denn bei BMX-Rennen wird durch die vielseitigen und oft großflächigen Verletzungen wesentlich mehr Material verbraucht, als bei anderen Groß- und Sportveranstaltungen.

BMX-Rennen zu betreuen ist eine Herausforderung und „nach einem Tag an der Strecke ist man ziemlich fertig“, sagt der 17-jährige Johannes Lieberknecht. Aber die Vorfreude auf den Einsatz in Hamburg ist im Team unglaublich groß. „Wir fahren voller Stolz und mit einem Grinsen im Gesicht, weil uns die Arbeit riesige Freude bereitet“, sagt Rettungssanitäter Jan-Niklas Glusa. „Man rettet Leben, und das macht Spaß.“

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