Fast 14.000 Besucher sorgten beim Vellmarer Sommer im Park für eine Bestmarke

Sommer im Park: Festivalfinale mit Rekord

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Frieda Braun beim Vellmarer Festival Sommer im Park.

Vellmar. Ein Zuschauerrekord, umjubelte Künstler und ein Veranstalter, der glücklich, aber auch etwas wehmütig ist - das war die 21. Auflage des Vellmarer Festivals Sommer im Park, das am Montag mit dem Auftritt des italienischen Musikers Pippo Pollina zu Ende ging. Unsere Bilanz.

Der Rekord  

Man soll gehen, wenn es am schönsten ist, hat sich Gerhard Klenner wohl gedacht. Der Kulturbeauftragte der Stadt Vellmar hat das Festival 1995 ins Leben gerufen. Im April geht der 64-Jährige in den Ruhestand. Und nun verabschiedet er sich mit einem Rekord: 13.847 Karten wurden für die 22 Veranstaltungen verkauft - fast 2700 mehr als bei der alten Bestmarke aus dem Jahr 2012 (11.179).

Vielleicht, vermutet Klenner, wollen die Menschen gerade in Zeiten, in denen Krisen und Kriege die Welt beherrschen, erst recht lachen. Noch wahrscheinlicher ist, dass er und seine Mitarbeiter erneut ein feines Gespür bewiesen haben für das, was ankommt.

Die Publikumslieblinge

Hannes Wader

Am besten kamen in diesem Jahr der singende „Tatort“-Kommissar Jan Josef Liefers, Komiker Eckart von Hirschhausen und Kabarettist Gerhard Polt mit den Well-Brüdern an - alle drei Auftritte waren mit 900 Besuchern ausverkauft. Auch bei der A-cappella-Gruppe Maybebop, Liedermacher Hannes Wader und dem Konzert mit fünf Chören aus der Region war das Zelt so gut wie voll.

Große Momente gab es einige. Mit Max Uthoff gastierte der wahrscheinlich beste Kabarettist des Landes in Vellmar, und beim Chorkonzert unter der Leitung von Thorsten Seydler hätten alle Zuschauer Gänsehaut gehabt, wie Klenner beobachtete.

Die Sorgenkinder

Ansonsten hat es Musik beim Sommer im Park jedoch schwer. Zur tollen deutsch-kubanischen Sängerin Addys Mercedes kamen lediglich 150 Zuschauer - Minusrekord. Das sind immerhin noch 40 mehr als vor einigen Jahren bei Olli Schulz, der im August im ausverkauften Kasseler Kulturzelt spielt. Nach Vellmar geht man eher zum Lachen. Zudem sollen 2016 noch mehr Jüngere angelockt werden. Denn Klenner weiß: „Unser Stamm ist das ältere Publikum.“

Der Abschied

Max Uthoff

Für seine Arbeit erhielt Klenner von Stammgästen jeden Abend viel Schulterklopfen. „Das freut mich, aber ich bin auch wehmütig“, sagte der scheidende Organisator, auf den Götz Alsmann während seines Auftritts eine bewegende Lobeshymne hielt. Hinter der Bühne erzählte der „Zimmer frei“-Gastgeber, wie Harald Juhnke einmal bei ihm in der Sendung war und von seinen Plänen für den Ruhestand berichtete: „Ab 12 Uhr keine Termine mehr und leicht einen sitzen haben.“ Darüber musste auch Klenner lachen, der übrigens andere Pläne hat.

Das nächste Festival  

Ob es auch 2016 einen Rekord geben wird, ist fraglich. Vom 29. Juni bis zum 17. Juli konkurriert das Festival mit der Fußball-Europameisterschaft. Klenner wird das Programm noch planen. Wie es dann weitergeht, ist noch offen. Fest steht aber: Auch ohne neue Bestmarke bleibt der Sommer im Park ein Hit.

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