Tisch für Bienen ist gedeckt

Garten-Projekt in Ahnatal soll Artenvielfalt schützen 

+
Augen- und Bienenweide: Spornblumen (vorn) und Zierdisteln erfreuen das Auge und dienen gleichzeitig Insekten als Nahrung. Helga Tewes (von links), Erhard Heuser und Nathalie Dettmar werben mit ihrem neuen Verein für naturnahe Gärten. 

Ahnatal. Verein in Ahnatal setzt sich für den Erhalt der Artenvielfalt ein und leistet Überzeugungsarbeit.  

Spornblumen und Zierdisteln, Lavendel, Margeriten und Luzerne – wenn man durch den Garten von Helga Tewes schlendert, dann blüht es an allen Ecken und Enden. Die Blumen erfreuen aber nicht nur menschliche Besucher. Viele der Blüten liefern Nektar und Pollen für Bienen, Hummeln und andere Insekten.

Um möglichst viele Ahnataler dafür zu begeistern, ihre Gärten lebendig zu gestalten und Lebensräume für Insekten und Vögel zu schaffen, wurde jetzt der Verein „Lebendige Gärten Ahnatal“ gegründet. Zu den neun Gründungsmitgliedern gehören neben Helga Tewes auch Nathalie Dettmar und Erhard Heuser. Die drei wurden zum Vorstand des Vereins gewählt.

„Wir wollen motivieren, uns austauschen und miteinander lernen. Wir wünschen uns lebendige, naturnahe Gärten und wollen das auch weitergeben. Viele möchten etwas für Insekten und Vögel tun, wissen aber nicht wie“, erklärt Nathalie Dettmar. Und Erhard Heuser betont, dass es dem Verein nicht darum geht, mit dem erhobenen Zeigefinger andere zu belehren. „Wir fangen bei uns selber an, geben uns gegenseitig Ratschläge und holen auch die von Fachleuten ein.“

Die Idee zur Vereinsgründung hatten Tewes und Dettmar. Im vergangenen Jahr organisierten sie einen Tag der offenen Tür, an dem Besucher verschiedene lebendige Gärten in Ahnatal besuchen konnten. „Nun wollten wir nicht wieder einfach einen Tag organisieren, sondern uns nachhaltiger engagieren. Und als Verein hat man mehr Möglichkeiten, etwas zu tun“, sagt Dettmar. Die Resonanz auf den neugegründeten Verein ist laut den Vorstandsmitgliedern sehr gut. „Es kommt bei vielen Menschen an, dass man etwas für den Erhalt der Artenvielfalt tun muss“, sagt Helga Tewes.

Der Verein hat es sich auf die Fahnen geschrieben, über lebendige, naturnahe Gärten zu informieren und andere dafür zu begeistern. Unter lebendigen Gärten verstehen die Mitglieder Gärten mit einheimisch-europäischen Pflanzen und Gehölzen, die den hier lebenden Insekten und Vögeln über das ganze Jahr Nahrung, Brut- und Nistmöglichkeiten sowie Schutz bieten. „Jeder kann etwas tun mit dem, was ihm zur Verfügung steht. Da reicht auch schon ein Balkon“, erklärt Dettmar.

Dass eine Augenweide nicht immer auch eine Bienenweide ist, das macht der Verein am Beispiel der gefüllten Sommerblumen deutlich. Diese seien zwar schön anzusehen, würden aber oft keinen Nektar und keine Pollen liefern. Verbannen müsse man solche Pflanzen natürlich nicht, aber vielleicht mit anderen wie Katzenminze oder Storchenschnabel kombinieren.

Auf der Webseite des Vereins, die demnächst freigeschaltet wird, werden viele Informationen rund ums Thema zur Verfügung gestellt. Geplant sind zudem Exkursionen, Infoabende mit Referenten und Workshops, etwa zum Bau von Insektenhotels und Vogelhäuschen. Mehr Informationen gibt es beim Verein Lebendige Gärten Ahnatal.

Tipps zum Erhalt der Artenvielfalt

Wer etwas für den Erhalt der Artenvielfalt tun möchte, für den hält der neue Verein viele Tipps und Anregungen bereit. Hier eine kleine Auswahl: 

  • Hotel mit Frühstück: Für Bienen, Hummeln und Co. kann man Insektenhotels aufstellen, für Vögel Nistkästen. Beides gibt es fertig zu kaufen. Anleitungen zum Selbermachen findet man auf der Webseite des Vereins. 
  • Nahrung für Insekten in Form von Nektar und Pollen liefern zum Beispiel Leberblümchen, Salbei, Katzenminze, Weide, Nachtkerze, Wildrose, Brennnessel und Klatschmohn. Bei der Pflanzung sollte man darauf achten, dass die Blumen zu unterschiedlichen Zeiten blühen, vom Frühjahr bis zum Frost. Büsche die Früchte tragen, wie zum Beispiel Holunder, Schlehe, Berberitze und Vogelbeere, liefern Nahrung für Vögel.
  • Licht aus: Nachts sollten im Garten keine Lichter brennen. Sie stören Nachtfalter und andere Tiere, die im Dunkeln unterwegs sind. 
  • Rückzugsort: Eine Ecke im Garten, in der totes Holz aufgeschichtet wird, dient Igeln und anderen Kleintieren als Unterschlupf und Schutz. 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.