Pläne sind Vergangenheit

Geheime Studie: 18 Varianten für die Nordspange zwischen A7 und A44 geprüft

+

Ahnatal. Bis heute wurden die Pläne für eine Verbindung zwischen A7 und A44 geheim gehalten. Nun wurden die Pläne für die Nordspange öffentlich gemacht.

Eine mögliche Kasseler Nordspange prüfte das Hessische Landesamt für Straßen und Verkehrswesen (heute Hessen Mobil) im Auftrag des Landes vor Jahren.

Dieses sogenannte Posch-Gutachten, nach dem damaligen FDP-Verkehrsminister Dieter Posch, wurde nie veröffentlicht, sondern unter Verschluss gehalten. Gestern gewährte Hessen Mobil der HNA einen Einblick in die Unterlagen.

Der Ergebnisbericht der „Machbarkeitsstudie für eine Bundesfernstraße zwischen der Bundesautobahn 7 / Sandershausen und der B7 / Obervellmar“ weist insgesamt 18 Varianten eines Streckenverlaufs aus. Die kalkulierten Kosten reichen von 51 Millionen Euro bis 135,4 Millionen Euro. Alle Varianten verlaufen relativ nah an der Bebauung des Kasseler Stadtgebietes. Die Studie trägt das Abschlussdatum 19. November 2009.

Ausgangspunkt ist die A7 bei Sandershausen, nördlich des damals noch geplanten Gewerbegebietes Sandershäuser Berg. Dieses sollte, so der politische Wunsch in Nordhessen, einen direkten Anschluss an die Autobahn erhalten. Nur spielte der Bund hierbei nicht mit. Würde dort aber gleichzeitig eine mögliche Verbindung zu einer Nordspange geschaffen, sähe die Sache anders aus, so damals die Planspiele.

Von Sandershausen verlaufen die Trassen östlich und westlich der Fulda unterschiedlich, dann aber alle nördlich der Hasenhecke, um schließlich auf die Kreisstraße 42, die Wolfsangerstraße in Ihringshausen, zu treffen. Wegen der Wohnbebauung wird dort ein Tunnel präferiert, der dann auf die B3 trifft.

Viele Varianten enden dort, andere planen weiter bis zur B 7 in Vellmar. In Fuldatal werden zum Teil bestehende Straßen genutzt, aber auch neue vorgeschlagen mit zu bauender Bahnüberführung. Das Gelände der Bundespolizei wird südlich oder nördlich passiert, um dann mit einer Schleife Frommershausen im Norden zu umgehen.

Ralf Struif

Bei den Varianten wird je nach Verlauf ein umfangreicher Waldverlust angemerkt, eine Veränderung des Landschaftsbildes durch eine hohe oder flache Fuldabrücke oder ein Verlauf durch erholungsrelevantes Wohnumfeld.

In der Studie werden auch die zu erwartenden Verkehrsaufkommen beschrieben. Im Bereich der Fuldabrücke werden 15.000 Fahrzeuge am Tag angenommen. Diese Zahl sinkt Richtung B 3 in Ihringshausen auf 8500 Kfz am Tag ab. Zwischen Ihringshausen und Vellmar fahren über die Nordspange laut Prognose je nach Abschnitt 10.000 bis 16.000 Fahrzeuge am Tag.

Auf die Verkehrsbelastung der B7 in der Kasseler Nordstadt hätte eine Nordspange laut Studie allerdings kaum positive Auswirkungen. Die 44.000 Fahrzeuge am Tag auf der Holländischen Straße würde sich nur um 1500 bis 2500 Kraftsfahrzeuge reduzieren.

Alles Schnee von gestern. „Im Moment beschäftigen wir uns planerisch nicht mit einer Nordspange“, betont Ralf Struif von Hessen Mobil.

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.