Geschichtskreis Heckershausen: Alte Post soll Museum werden

Haus für Geschichte: Früher war in dem Haus an der Hauptstraße die alte Poststelle untergebracht. Manfred Schröder (links) und Erwin Ullrich vom Leitungsteam erläuterten jetzt verschiedene Vorschläge des Arbeitskreises, um die bestehende Raumnot zu beenden.

Ahnatal. Seit Jahren sind sie auf der Suche nach geeigneten Räumen für die Ahnataler Geschichtsarbeit - die Mitglieder des gemeindlichen Geschichtsarbeitskreises Spurensicherung Heckershausen.

Nun wagen sie einen erneuten Vorstoß und stellen verschiedene Ideen vor. Auf der Prioritätenliste ganz oben steht der Vorschlag, dass die Gemeinde das Haus Willius an der Hauptstraße in Heckershausen kauft. In dem Gebäude, das als Einzelkulturdenkmal eingestuft ist, war von 1913 bis 1972 die Poststelle untergebracht, zeitweise diente es auch als Bürgermeisteramt.

„Wir würden das Haus sehr gerne für unsere Arbeit nutzen, und auch die Eigentümerfamilie würde es für diesen Zweck gern zur Verfügung stellen“, erklärt Manfred Schröder, der gemeinsam mit Erwin Ullrich und Rolf Mantel zum Leitungsteam des Arbeitskreises gehört.

Der Kaufpreis liegt voraussichtlich bei 80.000 bis 100.000 Euro, hinzu kämen Umbaukosten. Beim Servicezentrum Regionalentwicklung des Landkreises Kassel hat sich der Arbeitskreis bereits über finanzielle Fördermöglichkeiten für das Projekt informiert. Laut Schröder könnten über das Regionalforum „Kulturlandschaft HessenSpitze“ Förderungen in Höhe von zehn Prozent des Kaufpreises sowie je 60 Prozent der Umbaukosten und der Erstausstattung (wie Mobiliar, Computer und Vitrinen) beantragt werden.

Derzeit stehen dem Geschichtsarbeitskreis zwei Kellerräume im Gemeindezentrum zur Verfügung, in denen 3500 Exponate lagern. Eine Aufarbeitung der Ausstellungsstücke oder gar eine Präsentation ist auf diesem engen Raum laut Schröder und Ullrich nicht möglich. „Wir brauchen dringend ausreichend Räume, um die Geschichtsarbeit fortführen zu können“, sagt Schröder.

Raumnot: Derzeit stapeln sich die etwa 3500 Exponate in zwei Kellerräumen des Heckershäuser Gemeindezentrums bis unter die Decke. Platz für eine Aufarbeitung oder Präsentation der Ausstellungsstücke ist dort nicht vorhanden. Fotos: Schilling

So wollen die Lokalhistoriker die Exponate gern in einer Dauerausstellung und wechselnden Sonderausstellungen zeigen. Zudem soll die Aufarbeitung der Geschichte des Ortes intensiviert werden. „Besonders interessant ist für uns zum Beispiel die Geschichte der Firma Henschel in Heckershausen“ erklärt Erwin Ullrich. Platz brauche der Arbeitskreis aber auch, um etwa an den Ortschroniken und anderen geplanten Veröffentlichungen zu arbeiten.

Unterstützung bekommt der Arbeitskreis laut Schröder von Gewerbetreibenden und Einwohnern, die ihre Hilfe zugesagt haben, sollte die Gemeinde die alte Post kaufen. Angedacht seien zum Beispiel die Anlage und Pflege eines Bauerngartens sowie der Aufbau und Betrieb von Bienenstöcken. „Das ist eine tolle Sache und für uns eine große Hilfe, dass Bürger sich da mit engagieren wollen“, sagt Schröder.

Als Alternative zur alten Post könnte sich der Arbeitskreis auch eine Nutzung des Gemeindezentrums Heckershausen vorstellen. Ein Vorschlag, der schon einmal zur Diskussion stand, sieht den Umzug in den Ratskeller inklusive Küche und Nebenräumen vor. Möglich sei auch die Nutzung der Kegelbahn samt Küche und Kellerräumen. Beide Ideen könnten im Zuge des geplanten Umbaus des Gemeindezentrums realisiert werden.

Info: Der Geschichtsarbeitskreis Spurensicherung Heckershausen trifft sich am ersten Montag im Monat. Infos gibt es bei Erwin Ullrich, Telefon: 0 56 09 / 16 46.

Von Meike Schilling

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