Er zauberte schon in Japan

Heinz-Jörg Richardt aus Ahnatal-Heckershausen feierte seinen 100. Geburtstag

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Erlebnisse aus einem Jahrhundert: Heinz-Jörg Richardt aus Heckershausen feierte seinen 100. Geburtstag und berichtete uns von seinem bewegten Leben.

Er reiste um die halbe Welt und hat vieles erlebt: Der 100-jährige Heinz-Jörg Richardt aus Heckershausen kann viele spannende Geschichten erzählen.

Er und seine Frau Rita machten einige Kreuzfahrten. So überquerten sie den Atlantik, umrundeten Westeuropa und besuchten die Eiswüste in Grönland.

Eigentlich haben ihm aber die Flusskreuzfahrten besser gefallen, die sie zum Beispiel auf Donau und Rhein unternommen haben. „Da konnten wir anlegen und jederzeit an Land gehen. So haben wir mehr gesehen“, sagt der Heckershäuser.

Auch die Zauberei – seine zweite Leidenschaft – verschlug ihn in die Ferne. „Von klein auf habe ich mich für Zauberei interessiert“, erinnert er sich. Der heute 100-Jährige widmete sich nach seiner Pensionierung verstärkt diesem Hobby und verfeinerte seine Zauberkunst. Ein japanischer Freizeitpark engagierte ihn schließlich als Zauberkünstler. Mit seiner Frau lebte er daraufhin drei Monate lang in Japan, ohne die Sprache zu können. „Am Anfang des Programms sagte ich immer: Minasan, kon’nichiwa. (Meine Damen und Herren, ich begrüße Sie.)“ Das war alles, was er auf Japanisch sagen konnte.

Fremde Orte bereiteten ihm nie Sorgen. Schon als Kind zog Richardt oft um, immer wenn sein Vater versetzt wurde. Geboren wurde er in Kassel, lebte aber auch in Wilnsdorf (Kreis Siegen), Berlin und Halle. Die Russen verpflichteten ihn, in Bleicherode für die Unterbringung von Ingenieuren zu sorgen. Auf einer Straße im Ort lernte er seine Frau Rita kennen. „Sie lief mir übern Weg“, sagt der Hundertjährige lächelnd. Seine Frau ergänzt: „Ich hatte gleich ein Gefühl, dass wir gut zusammen passen.“ Am 25. Mai 1949 heirateten sie im zerbombten Nordhausen (Harz) ohne Brautkleid in einer Kapelle im Dom. Danach verschlug es sie nach Dresden, wo sich Richardt zum Berufsschullehrer ausbilden ließ. Die Stadt gefiel dem Ehepaar gut, die DDR an sich jedoch weniger. „Wir wären aus Dresden nicht weggegangen, wenn die Verhältnisse anders gewesen wären“, sagt er. In den Pfingstferien 1955 wagten sie schließlich die Ausreise. Seit 1963 leben sie in Heckershausen. Richardt arbeitete als Oberstudienrat im Bereich Metallgewerbe an der Max-Eyth-Schule in Kassel.

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