Ingenieure aus Ahnatal erfassen Schlaglöcher

Vermessen Straßenschäden: Carsten Zischkau (rechts) und Michael Lüpke (links) vom Ingenieurbüro LZU in Ahnatal zusammen mit den Mitarbeiterinnen Amera Velagic und Britta Exner. Foto: Schürgels

Ahnatal. Ein Riss in der Fahrbahndecke, ein Schlagloch am Straßenrand: Die Instandhaltung von Straßen ist eine permanente Aufgabe für Städte und Gemeinden.

Gerade nach den Wintermonaten sieht man beim Blick auf die Straße, wo dringend nachgebessert werden muss.

Doch die Planung, welche Straßen oder Löcher umgehend saniert oder erst mal noch notdürftig repariert werden können, ist kompliziert, da oftmals keine gebündelten Informationen vorliegen.

Abhilfe schaffen will da ein Ingenieurbüro aus Ahnatal. Mit einer modernen Methode wollen sie Schäden erfassen, ein Kataster mit den Daten anlegen und ständig aktualisieren.

„Somit können Städte im Vorfeld langfristig planen und ein Unterhaltungsmanagement aufrechterhalten“, sagt Michael Lüpke, der zusammen mit Carsten Zischkau das Ingenieurbüro Lüpke & Zischkau betreibt und im Bereich Städteplanung, Hoch- und Tiefbau Städte und Gemeinden betreut.

Das Prinzip ist simpel: Mit Spezialkameras ausgestattet, fährt ein Fahrzeug durch die Straßen. Die Kameras erfassen dann alle Informationen. „Die Kameras zeichnen georeferenzierte Bilder auf“, erklärt Carsten Zischkau. So können präzise Bilder von den Schäden erstellt und am Computer weiterverarbeitet werden. Mit den Geodaten lassen sich auf Straßenkarten die genauen Koordinaten der Schadensstellen bestimmen. Nicht nur das, auch die Qualität der Schäden kann so gemessen und später ausgewertet werden.

„Die meiste Arbeit findet am Computer statt und dauert monatelang, das Abfahren der Straßen ist in wenigen Tagen abgeschlossen“, sagt Zischkau weiter. „Die Bilder sind so präzise, dass man fast auf den Millimeter genau die Schäden festhalten kann“, fügt er hinzu.

Mithilfe dieser Bilder wird dann eine Schadensauflistung erstellt. Grundlage dafür ist ein Regelkatalog, der Kriterien zur Erfassung der Schäden vorgibt. Die Schäden werden dann in Kategorien eingeteilt (Hintergrund). So entsteht eine Planungsmöglichkeit für den Sanierungsbedarf: „Die Politik kann daraus Entscheidungen treffen und einen bedarfsgerechten Plan für die Instandhaltung der Straßen auflegen“, sagt Michael Lüpke. Auch Anwohner können sich so informieren, welche Straßen zu welcher Zeit saniert werden.

Derzeit gibt es nur in der niedersächsischen Gemeinde Staufenberg im Landkreis Göttingen die konkrete Planung, so eine Vermessung vorzunehmen. Allerdings laufe da noch der politische Prozess, sagt Lüpke.

Von Axel Schürgels

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