Kommentar zur Kandidatensuche in Ahnatal: Erbe ist längst aufgebraucht

Michael Schräer über die Ahnataler SPD ohne Bürgermeister-Kandidaten

Ahnatal. Die Kandidatensuche der Ahnataler SPD für die Wahl des Bürgermeisters am 9. November ist gescheitert, der Kandidat hat kurzfristig abgesagt. Der SPD-Vorstand ist schockiert. Ein Kommentar von HNA-Redakteur Michael Schräer zur bizarren Situation in Ahnatal.

Die Genossen scheinen in Welten zu leben, die sich Außenstehenden nur schwer erschließen. Da ist ein Kandidat, der ein Kandidat ist, aber irgendwie auch wieder nicht. Da ist ein Ortsverein, der seit knapp sechs Jahren weiß, dass 2014 in Ahnatal ein Bürgermeister gewählt wird, und erst auf den letzten Drücker eine Person aus dem Hut zaubern will.

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Diese Vorstellung hat ihnen Stefan Giebel gehörig vermasselt. Und spielt jetzt den Unwissenden aus Bad Emstal. Und die Ahnataler, die ihn ausgewählt haben, tun so, als hätte ein Ortsfremder in nicht einmal mehr drei Monaten bis zum Wahltag eine reelle Chance gegen den beliebten CDU-Amtsinhaber Aufenanger, der unaufgeregt und ohne große Fehler arbeitet.

In der Innensicht von Fraktion und Vorstand mag mit der SPD in Ahnatal alles im Lot sein. Bei der Sicht von außen sucht man vergeblich Belege dafür. Kein Thema, mit dem man sich zuletzt profiliert hat, keine eindeutige politische Linie, mit der man sich von der parlamentarischen Konkurrenz abhebt.

In nicht einmal zwei Jahren sind Kommunalwahlen. Noch ist Zeit, aus den jüngsten Erfahrungen zu lernen. Da ist vom guten Erbe der SPD die Rede, das Aufenanger angeblich verwaltet. Dass dieses Erbe längst aufgebraucht ist, scheinen die Genossen noch nicht gemerkt zu haben.

Mail an den Autor: mic@hna.de

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