Heckershausen vom Ausbau ausgeschlossen

Kritik an der Telekom: Nur Weimar surft schnell

+
Diskutierten über den Ausbau: Thomas Peter, Regionalmanager der Telekom (von links), Bernd Wilhelm, Udo Schmidt und Bürgermeister Michael Aufenanger diskutierten nach dem offiziellen Teil der Veranstaltung über den Ausbau. Udo Schmidt aus Weimar kann das schnelle Internet demnächst buchen, Bernd Wilhelm aus Heckershausen nicht. 

Ahnatal. Am 16. Oktober schaltet die Telekom ihr neues Glasfasernetz in Ahnatal frei. Doch nicht alle haben etwas davon.

Etwa 1700 Haushalte in der Kommune können das Angebot nutzen und von den deutlich schnelleren Internetverbindungen profitieren. Möglich sind laut Telekom Bandbreiten von bis zu 100 Megabit pro Sekunde (MBit/s). Informationen zum neuen Netz der Telekom gab es jetzt bei einer Infoveranstaltung, zu der die Deutsche Telekom als Netzbetreiber und die Gemeinde Ahnatal eingeladen hatten. Thomas Peter, Regionalmanager der Telekom, erklärte den rund 30 Besuchern die neue Technik und stellte die Angebote der Telekom vor.

Unmut gab es bei einigen Besuchern, die aus Heckershausen zur Veranstaltung in den Weimarer Bürgersaal gekommen waren. Denn sowohl Heckershausen als auch der östliche Teil des Kammerbergs sind vom Glasfaser-Ausbau der Telekom ausgeschlossen. Hier müsse die Politik dringend handeln und für gleiche Bedingungen sorgen forderte ein Zuhörer. Bürgermeister Michael Aufenanger (CDU) machte deutlich, dass die Gemeinde keinen direkten Einfluss auf den Ausbau habe. Er hoffe aber, dass in den kommenden zwei Jahren etwas passiere, damit ganz Ahnatal mit schnellem Internet versorgt werden könne.

Zum Hintergrund: Im Zuge der im Jahr 2009 vom Land geförderten Breitbandinitiative hatte die Kasseler Firma ACO-connect bis 2012 für zahlreiche Ortsteile im Landkreis Kassel ein Breitbandnetz via Richtfunk aufgebaut, darunter auch für Heckershausen. Dieser Ausbau ist für sieben Jahre geschützt. Das heißt, in dieser Zeit können andere Wettbewerber ihr Netz in den betroffenen Regionen nicht ohne weiteres ausbauen. Im kommenden Jahr läuft der Schutz aus. Wie es dann weitergeht, das ist derzeit noch nicht geklärt. In der Vergangenheit wurde immer wieder Kritik laut, dass ACO mit seinen Richtfunkantennen bei den anvisierten Geschwindigkeiten von bis zu 100MBit/s nicht mithalten könne.

Welche Geschwindigkeit die Haushalte in Weimar künftig buchen können, ob 50 oder 100 MBit/s, das hängt laut Peter von der Entfernung zu den Verteilern ab, die zu Multifunktionshäuschen (MFG) umgebaut wurden. Je näher der Kunde am MFG wohnt, desto höher ist laut Telekom die Geschwindigkeit. Wie Peter betonte, kommt das schnelle Internet natürlich nicht von alleine ins Haus. Wer sich für das Angebot interessiert, kann die entsprechenden Anschlüsse buchen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.