Ahnataler SPD fordert Bürgermeister Aufenanger zum Handeln auf

Kritik: Kriegsgräber in auf Friedhof in Weimar vergammeln

Vermodertes Holz: Unter anderem den ungepflegten Zustand des Friedhofes in Weimar mit Ehrenmal und Kriegsgräbern kritisiert die Ahnataler SPD. Fotos: Wewetzer

Ahnatal. Das Ehrenmal zum Gedenken an die Opfer von Krieg und Gewalt auf dem Friedhof in Weimar verlottert zusehends. Die Ahnataler SPD prangert die Zustände an.

Ein wuchtiges Kreuz aus Stein, eingefasst von niedrigen Mäuerchen mit verwitterter Holzabdeckung, dahinter an zwei Seiten einmal fünf und einmal sieben Kreuze mit den Jahreszahlen 1914 bis 1945, zum Teil von Pflanzen überwuchert. Der Innenraum in Mattrot und tristem Grau gepflastert. So präsentiert sich das Ehrenmal zum Gedenken an die Opfer von Krieg und Gewalt auf dem Friedhof in Weimar. Auch die Hecke im Eingangsbereich des Friedhofs sieht ungepflegt aus. Das kritisiert die Ahnataler SPD. „Bürgermeister Aufenanger muss endlich tätig werden“, fordert Ahnatals SPD-Chef Stephan Hänes.

Dabei geht es ihm und seinen Parteifreunden nicht nur um den Friedhof in Weimar, wo sie auch kritisieren, dass Anfang April, als die Grabpflege begann, die Wasserzapfstellen noch nicht in Betrieb gewesen seien. Gerade für ältere Leute, die das Wasser dann aus dem Toilettenhäuschen hätten holen müssen, ein unhaltbarer Zustand. Auch aus ihrer Sicht weitere Missstände im gesamten Ort prangern die Genossen an. Da wären:

• Bis heute würden die Jahresabschlüsse der Haushalte 2007 bis 2014 nicht vorliegen, obwohl im November 2011 die Eröffnungsbilanz beschlossen worden wäre. Die SPD fragt sich auch, ob der Leiter der Ordnungsbehörde, der die frei gewordene Stelle des Kämmerers zusätzlich übernommen hat, diese auch fachgerecht ausfüllen könne.

• Unzufrieden ist man auch mit der Öffentlichkeitsarbeit des Bürgermeisters. So müsse die geplante Straßen- und Brückenbaumaßnahme „Im Kreuzfeld“ mit Brückenfunktion zwischen Weimar und Kammerberg frühzeitig vor Abschluss der Planungen vorgestellt und mit den Ahnataler Bürgern ausführlich erörtert werden.

• Auch auf die Verschandelung der Landschaft im Bereich unterer Ahneweg, Ahnetal, Seesenweg, des Weges nach Fürstenwald und oberhalb des Naturschutzgebietes Keischel weist die SPD hin, die auf die Missstände auch in der Gemeindevertretung aufmerksam machen will.

Zugewachsen: Zum Teil sind die Kriegsgräber mit Flechten überwuchert. Foto: Wewetzer

Ahnatals Bürgermeister Michael Aufenanger (CDU) weist die Kritik der SPD zurück: „Ich kann die Vorwürfe nicht nachvollziehen“, sagte er. So würden die Ehrenmale und Kriegsgräber in Weimar und Heckershausen regelmäßig - in der Regel vor den Volkstrauertagen - in Augenschein genommen und vorhandene Mängel beseitigt. Für Weimar stellte er schon jetzt in Aussicht, dass die Holzbohlen am Ehrenmal - soweit marode - noch in diesem Jahr ausgetauscht würden. Dass der Eingangsbereich mit der gammeligen Hecke „nicht gut aussieht“, räumte er ein. Das liege daran, dass mit der Planung Sozialzentrum dieser ganze Bereich verändert werden sollte. Und das Wasser der Zapfstellen könne nicht angestellt werden, wenn es noch Frost gebe.

Grundsätzlich stellte der Verwaltungschef klar, dass alle Informationen zu Projekten regelmäßig auch in den Gremien wie Gemeindevertretung und den Ausschüssen kommuniziert würden, zu denen auch die SPD durch ihre Vertreter Zugang hätte. Zum Bauprojekt „Im Kreuzfeld“ sagte er, dass dies nach der Zusage von Landeszuschüssen vermutlich im nächsten Jahr umgesetzt würde. Detail-Informationen könnten nur gegeben werden, wenn sie auch vorhanden seien. Er erinnerte daran, dass er bei der Erneuerung des Weidenweges persönlich die Anschreiben an die Anwohner verteilt habe. Aufenanger abschließend: „Das läuft alles ganz transparent.“

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