Evelin Höhne wurde in Berlin zur Künstlerin

Künstlerin malt in Ahnatal Porträts, die sich weltweit verkaufen

+
Von Kunst umgeben: Evelin Höhne lebt und malt in Ahnatal. Ihre Acryl-Bilder auf Leinwand werden weltweit verkauft.

Ahnatal. Berlin war die Quelle für alles, was Evelin Höhne heute ist. Als sie Anfang der 90er-Jahre nach Berlin ging, war dort alles möglich, eine vibrierende Stadt, frei, kreativ, produktiv. Wovon man in Kassel damals nur träumte, konnte man in Berlin einfach umsetzen.

„Berlin war meine Ausbildung zum eigenen Ich“, sagt Evelin Höhne, die in Espenau aufgewachsen ist und heute in Ahnatal lebt. In Berlin wurde sie zur Malerin und zu einer Marke, die seither weltweit ausgestellt hat.

Entdeckt wurde sie von Jim Avignon, der damals schon einer der bekanntesten Pop-Art-Künstler Deutschlands und begeistert von ihren poppigen Bildern war. Er animierte sie, öffentlich auszustellen, und auch beim kunstaffinen Berliner Publikum kam ihr Stil gut an: abstrakte Comic-Porträts von Mädchen und Jungen mit großen Augen. Ihr erstes Bild verkaufte sie für 300 D-Mark.

Seither sind ihre bunten Acryl-Bilder unter anderem in Paris, London, Basel, Lissabon, Tokyo, Hongkong, Singapur, aber natürlich auch deutschlandweit in Galerien gezeigt worden. Insgesamt sind es bisher weit über 100 Ausstellungen gewesen. Auch auf Plattencover haben sie es geschafft.

„Der Kaffeesatz hat sich gesetzt“

Schon mit fünf wusste Evelin, dass sie malen wollte. Aber da es sich von der Kunst schwer leben lässt, wurde sie erst einmal Kinderkrankenschwester. „Diese Ausbildung ist wie ein Sicherheitstrapez für mich“, sagt die 47-Jährige. Doch sobald sie ihre Ausbildung abgeschlossen hatte, packte sie ihre Sachen und zog nach Berlin, um Kunst zu studieren. Daraus wurde zwar nichts, aber das machte auch nichts, denn das Leben in Berlin und die alternative Künstlerszene im Prenzlauer Berg waren die beste Schule.

Evelin malte, machte Musik in Bands wie Art of Kissing und Metalloop und brachte ein Comic-Journal mit befreundeten Künstlerinnen heraus. „In Berlin konntest du machen, was du willst“, sagt die Nordhessin mit spanischen Wurzeln.

Mit einem Augenzwinkern: „Still not famous“ heißt der Werk-Katalog von Evelin. 

Berlin war gut für sie und zu ihr, und trotzdem kam sie 2006 zurück in die Heimat. Der Liebe wegen und auch, weil die Großstadt immer lauter wurde und zu hektisch für sie und ihre heute 15-jährige Tochter. „Malen kann ich überall“, sagt Evelin. Sie ist angekommen in Ahnatal, fühlt sich wohl hier und auch für ihre Tochter Fernanda, eine leidenschaftliche Reiterin, ist es der ideale Ort. „Der Kaffeesatz hat sich gesetzt“, erklärt Evelin das gute Gefühl, angekommen zu sein.

In ihrer Wohnung, die auch als Atelier dient, malt sie ihre poppigen, exzessiven Bilder. Ihrem Stil ist sie treu geblieben. Die großen Augen sind mittlerweile zu ihrem Markenzeichen geworden. Ihre Porträts erinnern an japanische Mangas, aber die Niedlichkeit der Mädchen und Jungs mit den großen Augen und kleinen Nasen bricht sie mit Ironie und Sprüchen wie: „Unter jedem Dach ein Ach.“

Ideen und Energie hat Evelin immer noch für zwei. Ihre nächsten Projekte sollen eine Malschule für Kinder und ein von ihr gestaltetes Kinderbuch werden. „Die Arbeit mit Kindern ist etwas ganz Besonderes“, sagt Evelin. Kinder, findet sie, sollten viel mehr an die Kunst herangeführt werden. Ihre lebensfrohe Art und ihre bunten Bilder bieten dafür auf jeden Fall die beste Grundlage. „Ein schöner Tag kann nicht schlecht wiederkommen.“ Es ist irgendwie kein Wunder, dass dieser Satz ihr Lieblingsspruch ist.

Zur Person Evelin Höhne

Evelin Höhne, alias Evelin, ist Malerin. Sie ist in Kassel geboren und in Espenau aufgewachsen. Sie ist ausgebildete Kinderkrankenschwester und studierte in Berlin Kulturwissenschaften, Geschichte und Europäische Ethnologie (abgebrochen). Seit 2006 lebt sie mit ihrer Tochter in Ahnatal. Sie unterrichtet immer wieder in Schulen. Nach den Osterferien wird sie an der Offenen Schule Waldau Acrylunterricht geben. Ihre Acryl-Porträts auf Leinwand gibt es ab 150 Euro (40x40cm). In Berlin wird Evelin von der Galerie Art von Frei vertreten. Zum Gallery Weekend von Freitag, 27. April, bis Sonntag, 29. April, werden ihre Porträts dort in einer Gruppenausstellung zu sehen sein. Kontakt: evelin@evelin.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.