30.000 Euro Ersparnis

Nachts gehen in Ahnatal die Lichter aus

Fünf vor Eins: Um 0.55 Uhr ist die Dörnbergstraße in Weimar noch hell erleuchtet. Fünf Minuten später sieht das anders aus. Unter der Woche werden die Straßenlampen in Ahnatal zwischen ein Uhr und 4.30 Uhr ausgeschaltet. Der rote Ring am Laternenpfosten weist darauf hin, dass die Laterne in der Dunkelheit abgeschaltet wird. Foto: Schilling

Ahnatal. In Ahnatal gehen Nacht für Nacht die Straßenlaternen aus. Seit Mitte November schaltet die Gemeinde unter der Woche zwischen 1 Uhr und 4.30 Uhr die Beleuchtung ab. Am Wochenende bleiben die Lampen hingegen an.

Ahnatal ist verschwunden. So sieht es zumindest aus, wenn man in einer gewöhnlichen Mittwochnacht gegen 2.30 Uhr von Harleshausen kommend auf der Rasenallee aus dem Wald fährt. Wo früher helle Lichter Heckershausen und den Kammerberg anzeigten, sieht der Nachtschwärmer jetzt erst einmal nichts. Dunkel liegt das Tal vor ihm.

Der Grund: In Ahnatal gehen die Straßenlaternen aus - und das Nacht für Nacht. Seit Mitte November schaltet die Gemeinde unter der Woche zwischen 1 Uhr und 4.30 Uhr die Beleuchtung ab. Am Wochenende bleiben die Lampen hingegen an, und zwar in den Nächten von Freitag auf Samstag und von Samstag auf Sonntag. Die Kommune rechnet durch das Ausschalten der Straßenlaternen mit einer jährlichen Einsparung von knapp 30.000 Euro.

Die Ahnataler scheinen überwiegend gelassen auf die dunkleren Nächte zu reagieren. Auf Nachfrage äußerten die meisten, dass sie die neue Regelung zwar kennen, davon aber kaum betroffen sind. Eine, die schon im Dunkeln unterwegs war, ist Katharina Haydecker aus Heckershausen. Für die 34-Jährige war das überhaupt kein Problem. „Ich habe meinen Weg trotzdem gefunden und Angst hatte ich auch nicht“, sagt sie schmunzelnd.

„Wir haben bis jetzt wenig Rückmeldungen bekommen“, erklärt auch Bürgermeister Michael Aufenanger (CDU). Auf Bitten von Einwohnern hatte die Gemeinde die Lampen an den Weihnachtstagen und an Silvester brennen lassen. Auch künftig könne es zu bestimmten Anlässen Ausnahmen von der Nachtabschaltung geben. Die ursprüngliche Idee, grundsätzlich nicht alle Laternen auszuschalten, ließ sich laut Aufenanger aber nicht umsetzen. „Da wäre die Umrüstung viel schwieriger gewesen“, sagt er. So hätte etwa der Zuschnitt der Schaltkreise geändert werden müssen.

Bedenken, dass es durch die fehlende Beleuchtung zu mehr Einbrüchen kommen könnte, teilt der Rathauschef nicht. Das würden die Erfahrungen anderer Kommunen zeigen, die bereits seit Jahren nachts die Straßenlaternen ausschalten, wie etwa Calden.

Auch aus Sicht der Polizei führt die Nachtabschaltung nicht zu einem Anstieg der Einbruchszahlen. Das teilte Polizeisprecherin Sabine Knöll auf Anfrage der HNA mit. Zu Einbrüchen komme es häufig tagsüber und in der Dämmerung. Einbrecher würden eher darauf gucken, wann die Bewohner nicht zu Hause sind.

Das Ausschalten der Laternen ist nicht die einzige Veränderung in Bezug auf die Beleuchtung der Gemeinde. Im vergangenen Jahr wurden in Ahnatal über 500 Straßenlampen mit LED-Leuchtköpfen ausgestattet. Diese Umrüstung bedeutet eine weitere Ersparnis von etwa 56.000 Euro pro Jahr, weil sich der Stromverbrauch deutlich reduziert.

Von Meike Schilling

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