Wenn Lastwagen oder Busse halten, gibt es kein Durchkommen

Neue  Haltestelle verengt Straße in Vellmar

Verengt: Der Gehweg vor der neuen barrierefreien Haltestelle „Emdener Straße“ am Vellmarer Rheinstahlring ragt etwa eineinhalb Meter in die Fahrbahn hinein. Fotos: Schippers

Vellmar. Am Rheinstahlring in Vellmar gibt es seit Kurzem eine neue Bushaltestelle. Die Station „Emdener Straße" wurde verlegt und behindertengerecht gebaut.

Seither ragt ein 1,50 Meter tiefer Gehweg in die Fahrbahn und verengt die Straße. „Musste das sein?“, fragt sich nun Anwohner Nico Memleb. „Für uns ist das unverständlich“, sagt der 38-Jährige.

Wenn Busse oder andere größere Fahrzeuge wie beispielsweise Müllautos in der Straße halten müssten, sei für Pkw-Fahrer kein Vorbeikommen mehr und es entstünden Staus, schildert Memleb. Er hält die Verengung der Fahrbahn für eine Gefahrenquelle und fragt sich, wie Rettungsfahrzeuge sich im Notfall einen Weg bahnen sollen, wenn die Straße durch einen Bus verstopft ist. „Die Situation war schon vorher nicht optimal, aber jetzt ist sie noch schlimmer“, beklagt der Vellmarer. Hätte es da nicht eine andere Lösung gegeben?

Nein, sagt Dieter Ehricke vom Vellmarer Bauamt. Die Stadt hätte die Bushaltestelle gern an ihrem ursprünglichen Ort einige Meter vor der Gabelung belassen und sie behindertengerecht umgebaut. Dazu ist sie per Gesetz bis zum Jahr 2021 verpflichtet. Allerdings hätte sie dazu den Privatgrund, auf dem die Haltestelle bislang stationiert war, kaufen müssen. „Das haben die Besitzer jedoch abgelehnt“, berichtet Ehricke. An anderer Stelle habe man die Haltestelle wegen einer Feuerwehrzufahrt und dort vorhandener Müllcontainer nicht bauen können. Alternativ hätte man die Station in dem Bereich ganz auflösen müssen. „Dann hätte man aber auf den Komfort verzichten müssen, eine nahe Haltestelle vor der Tür zu haben“, erläutert Ehricke.

Der Vorsprung in die Straße hinein sei notwendig, da der Gehweg vor dem Haltestellenhäuschen verlaufen müsse und eine Mindesttiefe von 1,50 Meter vorgeschrieben sei. Dass Autofahrer an einem haltenden Bus nun nicht mehr vorbeikommen, bewertet Ehricke positiv. „Es ist auch nicht gewünscht, dass dort überholt wird“, sagt er.

Der öffentliche Nahverkehr habe Vorrang vor dem Individualverkehr. Und ein Rettungswagen bahne sich im Notfall seinen Weg. Wenn nötig fahre er über den Bordstein. Die Beeinträchtigung der Autofahrer hält Ehricke für zumutbar und wirbt um Verständnis. „Es geht ja in der Regel nur um zwei bis drei Minuten Wartezeit beim Ein- und Ausstieg der Fahrgäste. Und wenn man irgendwann einmal selbst auf den öffentlichen Nahverkehr und vielleicht auch auf Barrierefreiheit angewiesen ist, dann ist man froh über diese Station“, ist er sich sicher.

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