Alexandra Schramm aus Ahnatal leistet Freiwilligendienst in Südafrika

Helfen in Südafrika: Neugierig auf eine andere Welt

Einsatz in Südafrika: Für ein Jahr lebt Alexandra Schramm aus Ahnatal in der kleinen Stadt Swartruggens und arbeitet im Township Borolelo. Foto: privat

Ahnatal/Swartruggens. Alexandra Schramm hat sich auf eine spannende Aufgabe eingelassen. Die 18-Jährige hat ihr Zuhause am Kammerberg verlassen, um für ein Jahr in Swartruggens zu leben.

Das ist einee Stadt in der North West Province von Südafrika. Dort leistet sie einen entwicklungspolitischen Freiwilligendienst, entsendet vom Deutsch-Südafrikanischen-Jugendhilfswerk.

Direkt nach dem Abitur an eine Universität zu wechseln, das war nichts für sie. „Ich wollte Zeit haben, um meine Persönlichkeit zu entwickeln, Neues zu entdecken und um mir klar darüber zu werden, was ich in meinem Leben machen möchte“, erklärt Alexandra Schramm. Seit ihrem dritten Lebensjahr lebt sie mit ihren Eltern und zwei Geschwistern am Kammerberg, ihren Schulabschluss hat sie an der Georg-Christoph-Lichtenberg-Schule in Oberzwehren gemacht. „Für Südafrika habe ich mich entschieden, weil ich etwas erleben wollte, was sich grundlegend von Deutschland unterscheidet.“

„Wir wohnen wie in einer Deutschen WG. Wir haben genug Platz.“

In Swartruggens wohnt sie auf dem Gelände eines Internats, zusammen mit einer anderen freiwilligen Helferin. „Die Lebensumstände hier sind sehr verschieden. Aber wir wohnen wie in einer deutschen WG. Wir haben genug Platz und sogar eine Waschmaschine“, erklärt sie. Dass ab und zu der Strom ausfällt und es oft kein Wasser aus der Leitung gibt, ist für die jungen Frauen kein großes Problem. „Damit können wir gut leben. Wir haben Kerzen und Notfall-Wasserkanister.“

Einmal in der Woche bieten sie in Swartruggens Hausaufgabenbetreuung an. Ansonsten arbeiten sie vormittags in einem Kindergarten in Borolelo, dem Township außerhalb von Swartruggens. Nachmittags betreuen sie dort verschiedene Projekte, etwa einen Jugendclub für Kinder, eine Suppenküche und einen Kleiderladen. „Borolelo besteht aus Wellblechhütten. Wie viele Menschen hier wohnen, kann niemand sagen“, erklärt Alexandra Schramm.

Schon als Jugendliche hat sie gern mit Kindern gearbeitet, ob als Betreuerin der Kirche für Kinder oder der Ahnataler Ferienspiele. Nach ihrem Jahr in Südafrika kann sie sich darum gut vorstellen, Soziale Arbeit zu studieren. In Deutschland gehören Tanzen und Klavierspielen zu ihren Hobbys, in Südafrika besucht Alexandra Schramm in ihrer freien Zeit andere Freiwillige, in den Ferien reist sie.

Hilfsbereitschaft beeindruckt

Beeindruckt ist sie von der Einstellung und der großen Hilfsbereitschaft vieler Menschen in Südafrika. „Auf unserem vier Kilometer langen Weg nach Borolelo werden wir oft mitgenommen. Hier kennt sich fast jeder und auch uns scheinen alle zu kennen“, erzählt die 18-Jährige und berichtet noch von einem ganz besonderen Erlebnis.

„Als wir uns für den Urlaub ein Auto mieten wollten, haben uns zwei Südafrikaner in die nächste größere Stadt mitgenommen. Dort haben sie uns drei Stunden von einer Autovermietung zur nächsten begleitet, bis wir sicher in unserem Auto saßen. Dabei hatten sie einen Termin, zu dem sie dann eben ein paar Stunden zu spät gekommen sind.“

Von Meike Schilling

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.