Privat, aber nicht allein

Bauprojekt auf Gelände des Weißen Kreuzes – Großer Andrang bei Infoveranstaltung

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Innenhöfe laden zum gemütlichen Gespräch ein: Die Skizze von Architekt Alexander Wenzel zeigt, dass durch die L-Form der Gebäude Treffpunkte entstehen sollen. Hinter der Glasfront sind Aufzug und Treppenhaus.

Ahnatal. Ein eigenes Haus ist für die meisten der große Lebenstraum. Doch was, wenn das Rasenmähen immer beschwerlicher wird und man sich in den großen Räumen auf einmal verloren fühlt? Genau so geht es auch Alfred Zimmermann in seinem Haus am Kammerberg.

Aber aus seinem Heimatort wegzuziehen, kommt für den 77-jährigen Ahnataler nicht in Frage.

Insbesondere für Menschen wie ihn bietet sich der geplante Wohnkomplex auf dem Gelände des Weißen Kreuzes in Heckershausen an. Dort sollen in vier Gebäuden 30 barrierefreie Wohneinheiten entstehen. Architekt Alexander Wenzel und Jörg Stehler, einer der Initiatoren, stellten am Donnerstag das Projekt im Verwaltungsgebäude des Weißen Kreuzes vor. Der Andrang war so groß, dass die rund 100 Interessenten bis auf den Flur standen, um der bebilderten Präsentation zu folgen. Generationenübergreifendes Wohnen soll das Bauprojekt ermöglichen, jedoch zeigte der Altersschnitt der Interessenten deutlich, dass das Projekt fast ausschließlich Senioren anspricht. Geplant sind neben 24 Eigentumswohnungen zwischen 44 und 100 Quadratmetern auch sechs Wohngemeinschaften.

Einige Interessenten regten eine andere Aufteilung der Wohnungsgrößen an: Anstelle von zwölf großen Wohnungen (90 bis 100 Quadratmeter) sollten mehr Wohnungen mittlerer Größe (ca. 70 Quadratmeter) angeboten werden, schlug unter anderem Marie-Luise Baumann (80) vor. Stehler und Wenzel betonten, dass man auf Wünsche der Interessenten eingehen werde. Anhand von zahlreichen Skizzen zeigte Wenzel Grundrisse der Wohnbereiche sowie Außenansichten der Anlage.

So soll es neben privaten Rückzugsmöglichkeiten auch Treffpunkte für die Bewohner geben. Massive Wände und Echtholzfußböden nannte er als Beispiele für die hohe Qualität, die den Wohnkomplex bestimmen soll. „Das Konzept gefällt mir, es kommt aber auch auf die Kosten an“, sagte Baumann. Momentan kalkulieren die Initiatoren mit etwa 2000 bis 3000 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche.

Die Wohnungen und die Wohngemeinschaften werden mit einer geräumigen Terrasse ausgestattet sein. Für die Wohnungen ist eine offene Küche angedacht, die aber bei Wunsch auch geschlossen werden kann. Außerdem wird in jeder Wohnung ein Notrufknopf installiert. Das gefällt Alfred Zimmermann, der sein Haus einfach zu groß für sich alleine findet. „Der Klingelknopf ist eine tolle Sache, da fühlt man sich sicherer“, sagte er.

Ebenfalls zum Konzept gehört ein 24-Stunden-Dienst. „Damit meinen wir nicht eine Pflegekraft oder einen Hausmeister“, betonte Stehler. Vielmehr sollen die Bewohner selbst diese Aufgabe erfüllen, um anderen beispielsweise zu helfen, wenn eine Glühbirne ausgetauscht werden muss. Der Ahnatalerin Gudrun Nicolay gefällt das Konzept, sie vermutet aber, dass eine Hausverwaltung unabdingbar ist.

Stimmen die Gemeindevertreter kommende Woche der Änderung des Bebauungsplans zu, könnten die Arbeiten bald beginnen. Wenzel rechnet mit dem Baubeginn Anfang 2015.

Von Carolin Hartung

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