Bewerber der Sozialdemokraten hat sich kurzfristig zurückgezogen

Bürgermeisterwahl in Ahnatal: SPD steht plötzlich ohne Kandidat da

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Betretene Gesichter: SPD-Sprecher Dittrich-Mohrmann (im Hintergrund, stehend) verkündete zum Auftakt der Sitzung die Hiobsbotschaft über den Rückzug des Kandidaten. Fotos: Dilling

Ahnatal. Amtsinhaber Michael Aufenanger (CDU) muss bei der am 9. November anstehenden Bürgermeisterwahl in Ahnatal aller Voraussicht nach keinen Gegenkandidaten fürchten.

Der Bewerber der SPD, der eigentlich am Freitagabend von der Mitgliederversammlung des Ortsvereins zum Herausforderer gekürt werden sollte, hat sich nur wenige Tage vor der Sitzung zurückgezogen.

Der erst vor knapp zwei Wochen von erweitertem Vorstand und Fraktion mit großer Mehrheit vorgeschlagene Bewerber habe „aus persönlichen Gründen“ abgesagt, sagte Thomas Dittrich-Mohrmann, Sprecher des SPD-Vorstandsteams. Den Namen des Bewerbers wollte er nicht nennen, man habe Stillschweigen vereinbart.

Die rund 60 erschienenen Mitglieder wurden von der Nachricht kalt erwischt. Sie waren in der Erwartung gekommen, einen Kandidaten präsentiert zu bekommen und über ihn abzustimmen. Die meisten schauten betreten und frustriert, als sie die schlechte Nachricht hörten.

Kritik: Helmut Matthey brachte den Frust vieler SPD-Mitglieder zum Ausdruck, die am Freitag vergeblich auf die Vorstellung eines Bürgermeisterkandidaten warteten.

„Es ist traurig, dass wir keinen eigenen Kandidaten haben“, sagte Günter Malsch (Weimar). Da könne man ja nach Hause gehen. „Ohne Gegenkandidat bekommt Aufenanger 70 Prozent“, meinte Hellmut Matthey. Er fürchte, dass die SPD ähnlich wie in Schauenburg, wo eine CDU-Bürgermeisterin regiert, auf Dauer die Mehrheit verliere. „Warum ist das überhaupt passiert? Ich hatte von Anfang an den Eindruck, dass nicht genügend gepowert worden ist“, sagte das Heckershäuser SPD-Mitglied mit Blick auf den Vorstandstisch.

Der SPD-Vorstand wies das zurück. Man habe alles nach einem geeigneten Kandidaten abgegrast, sogar mit dem Bezirksvorsitzenden Manfred Schaub telefoniert. Es habe zehn Bewerber gegeben, man habe aber nur einen Kandidaten mit hoher Qualifikation haben wollen. Der relativ junge Bewerber, der nun zurückgezogen habe, habe Kreistags- und sogar Ministerialerfahrung vorzuweisen.

Die SPD-Spitze will nun ihre Mitglieder mobilisieren, dennoch bei der Bürgermeisterwahl an die Urnen zu gehen, um zu zeigen, dass sie mit der Politik Aufenangers nicht einverstanden sind.

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