Dutzende quer gelegte Baumstämme im Habichtswald

Stolperfallen im Wald - Zoff unter Wanderern und Downhill-Fahrern

Gefahrenquelle: Am Astwerk könnten sich Fahrradfahrer schwere Verletzungen zuziehen.

Kassel / Ahnatal. Die Wanderwege und Trampelpfade im Habichtswald werden regelmäßig durch Baumstämme und Astwerk blockiert:

„Als ich neulich mal wieder mit meinem Mountainbike im Habichtswald unterwegs war, habe ich Dutzende quer gelegte Baumstämme gesehen“, berichtete Steffen Salomon.

Auch Stämme mit abgebrochenen Ästen entgegengesetzt zur Fahrtrichtung habe der Kasseler auf den Strecken rund ums Erlenloch entdeckt. „Ein Biker vor mir hatte sich an einem der Stämme zum Glück nur das Vorderrad beschädigt“, erzählte Salomon, der befürchtet, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis sich ein Fahrradfahrer ernsthaft verletzen wird.

„Die Knüppel und anderen Hindernisse im Verlauf von Wegestrecken und Wanderpfaden stammen nicht vom Forstamt“, sagte Forstamtsleiter Uwe Zindel auf HNA-Anfrage. Hier drücke sich vermutlich ein gewisser Unmut von Ruhe und Erholung suchenden Waldbesuchern aus, vermutet er. Im Bereich der Hessenschanze und der Waldschule könne es sich auch um einen Streich von Kindern handeln. Der Hessisch-Waldeckische Gebirgs- und Heimatverein (HWGHV) kontrolliere die Wanderwege regelmäßig und beseitige die Hindernisse. „Wir sind zwar nicht zuständig für die Wanderwege, entfernen die Stämme aber auch, wenn wir sie entdecken.“

Hindernisse: Unbekannte legen immer wieder Äste auf Wanderwegen im Habichtswald ab.

Beim zuständigen Forstamt in Wolfhagen beschweren sich indes immer wieder Waldbesucher über das rücksichtslose Verhalten der Downhillfahrer (Abfahrt mit Mountainbike), die offenbar im rasanten Tempo über die Wanderwege fahren. „Das rücksichtsvolle Radfahren auf naturfesten Wegen im Wald ist erlaubt“, sagte Zindel. Auf Trampelpfaden sei das Fahrradfahren indes verboten. Seit Jahren gebe es immer wieder Beschwerden aus der Bevölkerung über Fälle rücksichtslosen Verhaltens gegenüber Spaziergängern und der Natur - auch auf den Trampelpfaden, erklärte der Forstamtsleiter.

„Wir hören immer wieder von unheimlichen Begegnungen mit Downhillfahrern, die am Osthang des Habichtswalds und in der Nähe des Bergparks unterwegs sind“, sagte Zindel. Die Fahrer seien teilweise so schnell unterwegs, dass Wanderer schon zur Seite springen mussten, um nicht über den Haufen gefahren zu werden.

Vor zwei Jahren sei ein Hund von einem Downhillfahrer erfasst worden und später an seinen Verletzungen gestorben.

Das sagt der Polizeisprecher

„Wenn sich Spaziergänger oder Fahrradfahrer an einem der Baumstämme verletzen, gilt der Straftatbestand der fahrlässigen Körperverletzung“, erklärte Polizeisprecher Jürgen Wolf auf Anfrage. Laut Strafgesetzbuch wird fahrlässige Körperverletzung mit einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe geahndet.

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