Vermüllter Freizeitsee: SPD fordert vergeblich kostenlose Toiletten für den Bühl

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Beliebtes Ausflugsziel: Im Sommer ist am Bühl oft kein Liegeplatz frei. Die Gemeinde will die Uni Kassel beauftragen, die Folgen des Ansturms auf die Gewässerqualität zu untersuchen. 

Ahnatal. Im Spätsommer hat es die Sonne noch mal gut gemeint. Dem Bühl tut das anscheinend aber gar nicht gut, meint die Ahnataler SPD. Der Uferbereich sei mit Badenden häufig überfüllt. Diese verrichteten ihr Geschäft oft in den Büschen, Müll fliege herum, auch die Parkplätze reichten nicht aus.

Mit ihrer Forderung nach Abhilfe und einem Konzept für die Bewältigung der Besuchermassen blieben die Ahnataler Sozialdemokraten im Gemeindeparlament in Heckershausen nach einer sehr emotional geführten Diskussion aber weitgehend erfolglos. Lediglich die strapazierten Uferbereiche des Sees sollen repariert werden.

Die meisten Badegäste seien nicht gewillt, 50 Cent für die Toilettenbenutzung am Kiiosk Bühl zu zahlen. „Die machen in die Ecken. Das ist unzumutbar“, sagte Andreas Jordan von der SPD. Die „Haufen“ menschlicher Exkremente im Umfeld des Bühl seien „zutiefst schockierend“.

Die Verschmutzer seien aber nur auswärtige Badefans, schränkte sein Parteifreund Norbert Künzel ein: „Die Ahnataler kümmern sich um ihren Bühl.“ Die Gemeinde müsse ein Interesse an einem kostenlosen Toilettenzugang während der Saison haben, notfalls solle man dem neuen Pächter die zusätzlichen Kosten erstatten, assistierte Fraktionschef Thomas Dittrich-Mormann.

Die CDU und der ihr angehörende Bürgermeister Michael Aufenanger wollten die Probleme nicht bestreiten. Die Forderungen der SPD lehnten sie aber – vor allem wohl aus finanziellen Gründen – ab.

„Es ist zumutbar, für den Toilettengang zu zahlen, sagte Dr. Hellmuth Müller. Ahnatal subventioniere seine Nachbarn gewissermaßen, indem die Gemeinde kostenlose Badefreuden biete, meinte Aufenanger. Es sei „normal“, dass man zahlen müsse, wenn man am Kiosk nichts konsumiere. Außerdem sei es ja seinerzeit die SPD gewesen, die für das Ende des freiwilligen Polizeidienstes am Bühl gesorgt habe. Nun sehe man die negativen Folgen.

Schließlich habe die Gemeinde momentan genug andere teure Baustellen abzuwarten. In den nächsten Jahren könne man sich Gedanken über die Aufhübschung der Wege am Bühl machen.

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