Als letzte Kommune im Kreis

Ahnatal schafft den freiwilligen Polizeidienst ab

Schluss am Jahresende: Der Koordinator des Dienstes vom Polizeirevier Nord in Vellmar Dieter Kühne (von links) mit drei freiwilligen Helfern aus Ahnatal: Frank Schwietzer, Heike Langer und Jörg Frank im September 2014. Archivfoto: Schräer

Ahnatal. Die Gemeindevertreter von Ahnatal haben während ihrer Sitzung am Donnerstagabend mit den Stimmen von SPD und Grünen das Kapitel freiwilliger Polizeidienst endgültig beendet.

Und das gegen den Widerstand von Union und Bürgermeister Michael Aufenanger (CDU).  Bis Ende dieses Jahres sollen die fünf Ordnungshüter ihren Hut nehmen. Die Gemeinde soll die entsprechende Vereinbarung mit dem Land zum 31. Dezember kündigen.

Nachdem es schon im vergangenen Jahr eine hitzige Debatte zwischen den Fraktionen über den Nutzen des freiwilligen Polizeidienstes gegeben hatte und SPD und Grüne die von Aufenanger auf diesem Gebiet geplante Zusammenarbeit mit der Gemeinde Fuldatal gekippt hatten, blieben beide Fraktionen auch am Donnerstag bei ihrer Linie: „Mit dem Thema freiwilliger Polizeidienst kann niemand in diesem Haus einen Blumentopf mehr gewinnen“, sagte Dieter Schröder (SPD). Die Gemeinde müsse sich um viel wichtigere Themen kümmern. Diese „Dienstleistung“ sei „nie wirklich erforderlich“ gewesen, meinte Gerlinde Schaub (Grüne). Die Bürger sollten sich untereinander ein Vorbild geben. Sie erwarte ohne den Polizeidienst „keine eklatanten Zustände“ in den Ortsteilen.

Da ist Bürgermeister Michael Aufenanger ganz anderer Ansicht. Sicherheit und Sauberkeit am Badesee Bühl würden „wieder aktuell“ werden. Auch die Ahnataler Vereine müssten möglicherweise „mit Einschränkungen“ rechnen. „Die müssen dann ihren Sicherheitsdienst selbst bezahlen“, sagte CDU-Fraktionschef Rüdiger Reedwisch. Eine frühere SPD-Bürgermeisterin (Regina Heldmann) habe den Polizeidienst eingeführt. Da sei es „ein Treppenwitz“, dass ihn jetzt ihre eigene Partei wieder abschaffe. Das sei nicht zu verstehen, zumal das Land Hessen den Freiwilligendienst fünf Jahre finanziere.

Abschied nahm die Gemeindevertretung mit Mehrheit von SPD und Grünen auch von der sogenannten Nordspange: Vor Jahren hatte sich das Gremium für den Bau einer gut ausgebauten Verbindungsstraße zwischen dem Flughafen Kassel-Calden und der A7 ausgesprochen. Dr. Volker Olbrich verwies auf die schlechte Auslastung des Flughafens und Widerstände in der Bevölkerung, der Naturschutz habe Vorrang. Reedwisch meinte dagegen, die Nordspange sei ein wichtiger Faktor für den Wirtschaftsstandort Ahnatal.

Von Peter Dilling 

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