Unterschriftenaktion läuft 

Wasserpegel im Ahnataler Badesee Bühl sinkt: Droht er auszutrocknen?

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Beliebter Badesee: Der Bühl in Ahnatal lockt viele Besucher an.

Ahnatal. Der Bühl droht auszutrocknen. Der Bühl kippt bald um. Solche Gerüchte über den beliebten Freizeitsee im Ahnataler Ortsteil Weimar gehen derzeit um, wie auch Bürgermeister Michael Aufenanger (CDU) bestätigt.

Zwei Damen und eifrige Besucherinnen des Sees aus Espenau und Ahnatal sind besorgt und sammeln Unterschriften für den Erhalt des Bühl. Doch Gefahr für den See ist wohl nicht in Verzug: „Der Bühl hat gute Badewasserqualität und ist immer nahe an der Trinkwasserqualität. Sogar mit Algen gibt es diesen Sommer keine Probleme“, sagt Bürgermeister Michael Aufenanger.

Richtig ist aber auch: Der Wasserspiegel ist in diesem Jahr deutlich gesunken. Sie schätze, dass der Pegel fast einen Meter niedriger als sonst sei, sagt Hannelore Weidmann aus Espenau, die nach eigenen Angaben mit einer Ahnataler Mitstreiterin bereits gut 1900 Unterschriften gesammelt hat. „Wenn wir die 2000 voll haben, übergeben wir sie dem Bürgermeister“, erklärt Weidmann.

Ein Gespräch mit dem Verwaltungschef haben sie bereits geführt. Aufenanger nimmt ihre Sorge ernst. Er lasse derzeit prüfen, ob eine alte Leitung, die früher Wasser aus einer Quelle vom Dörnberg zum Bühl transportierte, repariert werden kann. Eine grobe Untersuchung habe ergeben, dass wohl Stücke der Leitung fehlen. Beim Versuch, Wasser durchzuleiten, sei an dem Ende, das im Bühl mündet, nichts angekommen. Der Wassermeister werde in einem weiteren Versuch Druck auf die Leitung geben.

Sorge um den Bühl: Auch Irmhild und Rolf Gerner (von links) aus Kassel trugen sich bei Hannelore Weidmann in die Unterschriftenliste ein. Das Ehepaar besucht seit 60 Jahren den See.

Die erneute Inbetriebnahme der Dörnberg-Leitung – das ist auch die Idee der Unterschriftensammlerinnen. Doch ob dieses Projekt dem Bühl hilft, ist derzeit völlig offen. Es sei unklar, ob eine Fremdwasserzufuhr den Pegel auf Dauer anheben könne oder aber im Gegenzug zu einer geringeren Grundwasserzufuhr des Sees führe, sagt Aufenanger. Außerdem komme eine Einleitung nur in Betracht, wenn das Quellwasser mindestens die gleiche Qualität wie das Bühlwasser aufweise. Beides soll nun ein Gutachter klären, den die Gemeinde beauftragt hat. Ergebnisse hofft Aufenanger schon in der Gemeindevertretersitzung am 7. September vorstellen zu können.

Gerhard Truderung, Vorsitzender des Fischerei-Sportvereins Ahnatal, sieht ebenfalls keine aktuelle Gefahr für das Wasser des Bühls und die darin lebenden Fische. „Da ist genügend Sauerstoff drin“, sagt er. Schwankungen des Wasserstands habe es auch in der Vergangenheit schon gegeben. Doch auf lange Sicht müsse man aufmerksam beobachten, ob der Pegel noch weiter absinkt. „Dann könnten wir in eine kritische Situation kommen“. Die vergangenen Sommer seien sehr trocken und heiß gewesen. Da komme möglicherweise der Klimawandel ins Spiel. Oberstes Ziel aller Maßnahmen müsse es sein, die Wasserqualität zu sichern. 

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