Ahnataler Gemeindevertretung stellt Pläne zur Flächenerweiterung wieder infrage

Belegt: Weil kaum noch Baugrund im bestehenden Gewerbegebiet zur Verfügung steht, wird in Ahnatal über eine Erweiterung diskutiert. Archivfoto: Schräer

Ahnatal. Plötzlich verstand Bürgermeister Michael Aufenanger (CDU) seine Gemeindevertretung nicht mehr. Woher die plötzliche Schärfe mit Sitzungsunterbrechungen und persönlichen Erklärungen in der Diskussion um eine mögliche Erweiterung des Gewerbegebietes?

Der Verwaltungschef vermutete persönliche Befindlichkeiten bei einem Thema, das längst geklärt schien – bis zur jüngsten Parlamentssitzung. Das vorhandene Gewerbegebiet mit 55.000 Quadratmetern ist bis auf wenige Restflächen belegt. Dieses um 30.000 Quadratmeter zu erweitern, war in der Diskussion. Auf Antrag der CDU sollte die Verwaltung entsprechende Maßnahmen ergreifen und deren Auswirkungen darstellen im Vorfeld einer späteren Entscheidung.

Dem war der zuständige Haupt- und Finanzausschuss mit vier Jastimmen und einer Enthaltung gefolgt und dem Zusatz, dass auch eine Beteiligung der Gemeinde an dem interkommunalen Gewerbegebiet am Flughafen Kassel-Calden zu prüfen sei.

Ahnatal brauche neue Flächen, um Gewerbe ansiedeln zu können, begründete Rüdiger Reedwisch (CDU) den Vorstoß seiner Fraktion. Zuvor hatte er als Vorsitzender des Haupt- und Finanzausschusses über dessen Votum und die entsprechende Empfehlung für die Gemeindevertretung berichtet.

Dadurch fühlten sich aber SPD und Grüne überrumpelt. Thomas Dittrich-Mohrmann (SPD) warf Reedwisch vor, die Diskussion im Ausschuss nicht richtig wiedergegeben zu haben. Die CDU lege sich mit ihrem Antrag zu sehr darauf fest, „dass es ein neues Gewerbegebiet geben soll“, betonte Iris Schmidt (SPD). Ihre Fraktion sei derzeit aber weder für noch gegen eine Erweiterung.

Anders die Grünen. Die wollten Mitte der 90er-Jahre nicht das bestehende und wollten auch jetzt kein Gewerbegebiet, betonte Michaela Prinz. Und ihr Fraktionskollege Dr. Volker Olbrich begründete die ablehnende Haltung mit dem erneuten Landverbrauch. Außerdem gehe es um reine Vorratsausweisung, dabei sei gar nicht klar, ob die Flächen benötigt werden. Ein Bedarf soll jetzt erst einmal unter Ahnataler Gewerbetreibenden abgefragt werden. Dieser Antrag der Grünen bekam mit den Stimmen der SPD eine deutliche Mehrheit.

Zuvor hatte der Bürgermeister noch darauf hingewiesen, dass eine Erweiterung des Gewerbegebietes um drei Hektar sehr moderat sei, man einen künftigen Bedarf nicht ermitteln könne. Klar gehe es um Bevorratung. Und er gab zu Bedenken: „Es darf bei interessierten Gewerbetreibenden nicht der Eindruck entstehen, in Ahnatal ist kein Platz für dich.“

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