Ahnatals Bürgermeister Aufenanger legt Widerspruch gegen Pestizidverbot ein

Streitpunkt Pestizid: Weil er Nachteile für die Gemeinde befürchtet, hat Ahnatals Bürgermeister Michael Aufenanger Einspruch gegen das Pestizidverbot eingelegt. Archivfoto: dpa

Ahnatal. Die Diskussion um den Einsatz von Glyphosat und anderen Pestiziden auf den von der Gemeinde Ahnatal verpachteten Acker- und Gründlandflächen geht in die nächste Runde. eingelegt.

Bürgermeister Michael Aufenanger hat Widerspruch gegen das in der Gemeindervertretersitzung vom 21. Mai beschlossene Pestizidverbot

„Die Gemeindevertretung hat den Beschluss gefasst, ohne sich mit den tatsächlichen Konsequenzen zu beschäftigen“, erklärt Aufenanger in seinem Widerspruch, der der HNA vorliegt. Den Widerspruch hat der Ahnataler Bürgermeister laut Paragraf 63 der Hessischen Gemeindeordnung fristgerecht innerhalb von zwei Wochen nach dem Beschluss eingereicht und gestern veröffentlicht.

Der Beschluss hätte weitreichende Auswirkungen für die Gemeinde. „Die Landwirte hätten so viele Nachteile, dass sie die Pachtflächen an die Gemeinde zurückgeben würden“, erklärt der Bürgermeister. Zusätzlich zu den dann fehlenden Pachteinnahmen mahnt Aufenanger, dass der Pflege- und Unterhaltungsaufwand für die gemeindlichen Flächen finanziell und personell nicht zu kalkulieren sei.

Nun wird in der nächsten Gemeindevertretersitzung am 9. Juli wieder zur Diskussion über das Pestizidverbot kommen. Der Bürgermeister spricht sich aber nicht gegen ein Verbot aus. „Ich habe die Intention, dass es an den zuständigen Ausschuss überwiesen und dort diskutiert wird“, erklärt Aufenanger. Das sei bei dem Beschluss im Mai nicht der Fall gewesen, auch weil der Antrag der Grünen sehr kurzfristig eingereicht wurde.

Bei den Grünen weist man den Vorwurf, dass man sich mit den Konsequenzen nicht beschäftigt habe, strikt zurück. „Die Weltgesundheitsorganisation weist seit Langem auf die Gefahr von Pestiziden hin“, erklärt Fraktionsvorsitzende Anja Käkel. So sei nachgewiesen, dass eine Reihe von Pestiziden krebserregend sei und zur Verarmung biologischer Vielfalt beitragen würde.

Bei der Fraktion sei man sich sicher, dass der Bürgermeister nicht mit Vertretern von Nabu, BUND oder Ökolandwirten gesprochen habe. „Herr Aufenanger hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt und sieht das Wohl der Gemeinde durch den ökologischen Landbau gefährdet“, meint Käkel. Auch gebe es Förderprogramme der EU und der Bundesländer, um den Einsatz von Pestiziden zu verringern. „Das alles ist aber anscheinend bei ihm nicht angekommen“, so Käkel.

Von Max Seidenfaden

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