Aktionäre sprechen SMA-Führungsriege das Vertrauen aus

Das Hauptwerk von SMA an der Dresdner Straße (unten): Weitere große Produktionsflächen befinden sich am Sandershäuser Berg, im Philips/Hagen-Park sowie am alten Standort in der Sandershäuser Straße. Archivfoto: Herzog/Flugschule Kassel

Kassel. Mit neuen Produkten, intelligent und einfach im Aufbau, kompakt und leistungsfähig sowie preiswert sind, will der SMA 2016 in die Gewinnzone und in den Folgejahren zu alter Ertragskraft zurückkehren.

Das ist die zentrale Botschaft, die Vorstandssprecher Pierre-Pascal Urbon in der gestrigen Hauptversammlung an 300 Anteilseigner, Aktionäre, Bankenvertreter und Analysten richtete.

„Wir haben die technische Kompetenz für solare Großprojekte und deren Betriebsführung, wir haben auch gegenüber dem asiatischen Wettbewerb konkurrenzfähige kleine Wechselrichter, leistungsfähige, einfache Batteriesysteme, eine internationale Präsenz wie sonst keiner, und wir sind extrem flexibel“, begründete Urbon seine Zuversicht unter dem Beifall der Aktionäre.

Die lobten wiederholt, dass SMA trotz der extremen Verwerfungen auf dem deutschen anderen Märkten, die zuweilen kurz und heftig boomen, um dann zu kollabieren, es geschafft habe, seine Marktposition zu verteidigen. Nicht einmal die häufig wenig zimperlichen Aktionärsschützer übten größere Kritik. Im Gegenteil: Professor Dr. Roland Klose von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) attestierte Urbon und dessen Vorstandskollegen eine „starke Leistung“ und SMA „globales Potenzial“. Sein Kollege von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK), Christian Retkowski, stieß ins selbe Horn und lobte die Führungsriege dafür, dass es ihr gelungen sei, SMA vor dem Untergang zu bewahren.

Beide und auch der Aufsichtsrat begrüßten, dass die Unternehmensgründer dem Vorstand 2014 insgesamt 1,25 Millionen Euro aus ihrem privaten Vermögen geschenkt haben, die zweckgebunden für den Kauf von SMA-Aktien ausgegeben werden mussten. Damit würdigten die Mehrheitsaktionäre die Arbeit des Vorstands in „extrem schwierigem Marktumfeld“. Am Ende gab es Entlastung auf breiter Front. 99 Prozent des anwesenden Kapitals sprach Vorstand und Aufsichtsrat das Vertrauen aus.

Wie berichtet, baut SMA in den derzeit 1100 bis 1200 der 3100 Vollzeitstellen am Unternehmenssitz ab, so dass am Ende der Sanierung nur gut 3000 der bis vor kurzem noch 4700 globalen Jobs bleiben.

Urbon räumte Versäunisse im Zusammenhang mit der Krise ein. Anfang 2014 habe man die die Marktlage im Inland zu optimistisch eingeschätzt. „Diesen Vorwurf müssen wir uns machen“. Gleichwohl habe niemand vorhergesehen, dass der deutsche Markt regelrecht kollabieren würde.

Wie berichtet, hat SMA 2014 ein Rekordminus von 179,3 Millionen Euro eingefahren. In diesem Jahr soll der Fehlbetrag auf 30 bis 60 Mio. sinken. Für 2016 strebt das Unternehmen eine schwarze Null an. Urbon versicherte, dass eine komplette Verlagerung der Produktion ins Ausland nicht geplant sei, erklärte aber auch, dass SMA „in den nächsten Jahren nicht um den Aufbau von weiteren Fertigungsstätten herumkommt, wenn dies die Voraussetzung für die Erschließung ausländischer Märkte ist“.

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