Zwei Tage nach Flucht geht es ihnen gut

Ausreißer-Kamele von Schauenburg: „Habe Riesen-Schrecken gekriegt“

Wieder glücklich vereint: Die Kamele Inschalla (von links), Vinir und Aladin zusammen mit Halter Matthias Sperber. Bei Elmshagen haben die Tiere eine Weide und eine Scheune zur Verfügung. Fotos: Fischer

Schauenburg. Aladin ist schon wieder ganz schön frech. Immer wieder knabbert das zweijährige Kamel am Schuh von Matthias Sperber. Von der aufregenden Tour über die Landstraße bei Elmshagen am vergangenen Mittwoch ist dem zweijährigen Hengstfohlen und den beiden größeren Kamelen Vinir und Inschalla nichts mehr anzumerken.

Sie interessieren sich auf dem idyllisch gelegenen Gelände zwischen Breitenbach und Elmshagen jetzt in erster Linie für die Möhren, die Sperber in einer Tasche dabei hat.

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Die Kamele waren am Mittwochnachmittag auf der Landstraße zwischen Elmshagen und Breitenbach unterwegs. Mehrere Streifenwagenbesatzungen und der Stallbesitzer brachten die Ausreißer schließlich zurück. Er selbst sei auf einem Sicherheitstraining des ADAC in Gründau-Lieblos gewesen, als ihn der Stallbesitzer angerufen habe, sagt Sperber. „Ich habe einen riesen Schrecken gekriegt.“

Viel Platz haben die exotischen Tiere auf der Weide zwischen Elmshagen und Breitenbach. Auch eine große Scheune gehört zu dem Areal. Wie die drei Kamele am Mittwoch von dort ausbrechen konnten, das kann sich Sperber immer noch nicht erklären. Entweder hätten sich die Tiere beim Füttern durch Passanten in den Zaun verfangen und diesen umgerissen, sagt er.

Oder aber jemand habe diesen mutwillig zerstört. Jedenfalls seien vier Staketen des Zauns abgebrochen gewesen.Für Matthias Sperber, der in Kassel eine Fahrschule betreibt und in Elmshagen lebt, ist das Halten der Tiere ein Hobby. „Das ist Stressabbau und Ruhepol zum Fahrschulgeschäft“, sagt der 47-Jährige.

Gewerblich setzt der Elmshagener jedenfalls sein Kamele nicht ein. Lediglich im Freundekreis gebe es mal Interessenten, die mal auf den beiden großen Kamelen reiten wollten. „Das ist nämlich ab einem Alter von fünf Jahren möglich.“

Das Veterinäramt des Landkreises hatte leichte Kritik an der Haltung der Tiere geäußert. Zumindest sei diese der Behörde nicht bekannt gewesen, hatte Landkreissprecher Harald Kühlborn nach dem Vorfall bei Elmshagen berichtet. Das Veterinäramt wolle die Unterbringung der exotischen Tiere überprüfen, hieß es weiter. Die Tiere müssten gemeldet werden, damit die Behörde untersuchen könne, ob sie unter den Bedingungen des Tierschutzes gehalten werden.

Das sei ihm so nicht bekannt gewesen, sagt Sperber. Er habe sich vor einiger Zeit beim Regierungspräsidium erkundigt, ob die Tiere gemeldet werden müssen. Dort habe man ihm aber gesagt, dass dies nur nötig sei, wenn er diese gewerblich nutzen würde.

Ausgebüxte Kamele: Besuch bei Tieren in Elmshagen

Ein Fazit aus der ganzen Sache hat Sperber gezogen: „Ich werde den Zaun verstärken.“

Auch auf HNA online im Internet wird über den Vorfall diskutiert. Teilweise nehmen die Kommentatoren das Ausbüxen der Tiere auch auf die Schippe.

vmaxtotto schreibt beispielsweise: „Die Tiere waren gar nicht ausgebüxt- vielmehr handelte es sich ganz offensichtlich um einen geheimen Testlauf der Gemeinde Schauenburg. Hier wurde der Shuttleservice für die Schauenburger Kinder, die zukünftig die Stadtbücherei Baunatal besuchen sollen, und für Pendler der ehemaligen Buslinie nach Baunatal getestet.“

Von Sven Kühling

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