Hochkarätige Ausstellung mit iranischem Künstler

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Kunst sorgt für Gesprächsstoff: Der bekannte iranische Künstler Kani Alavi (links) diskutiert vor seinem Werk „Blumenlandschaft“ mit einer Besucherin.

Lohfelden. Mit Kani Alavi stellt in Lohfelden zurzeit ein Maler aus, der nach dem Fall der Berliner Mauer mit der „East Side Gallery“ weltweit für Aufsehen sorgte.

In der Nähe des Bezirks Kreuzberg organisierte der aus dem Iran stammende Künstler 1990 gemeinsam mit 118 internationalen Kollegen eine 1,3 Kilometer lange Mauer-Freiluftgalerie. Von Alavi bemalte Mauersegmente stehen im Uno-Skulpturengarten in New York. Im Lohfeldener Rathaus zeigt der Kunstmaler bis zum 14. September Blumen- und Landschaftsbilder.

Im Anschluss an die Vorstellung des bekannten Malers und Bundesverdienstkreuzträgers überraschte Vizebürgermeister Klaus Steffek die Besucher der Ausstellungseröffnung mit einer, wie er es formulierte, „traurigen Nachricht“: Die seit 14 Jahren ehrenamtlich und sehr erfolgreich tätige Initiative „Kulturfitüre im Rathaus“ stellt ihre Mitarbeit zum 31. Dezember ein.

„Ja, wir hören auf“, bestätigten Gaby Pech-Juhlke und Burkhardt Juhlke ihre Entscheidung - zugleich für Angelika und Bernd Bessser - gegenüber unserem Mitarbeiter. Bürgermeister Michael Reuter sei, so Gaby Pech-Juhlke knapp und kurz, über diesen Schritt rechtzeitig in Kenntnis gesetzt worden, um einen nahtlosen Übergang auf eventuelle Nachfolger zu erleichtern.

Gaby Pech-Juhlke: Die engagierte Lohfeldener Künstlerin bestätigte, dass die Kulturfitüre zum Jahresende aufhören wird. Foto:  Wohlgehagen

Die Gemälde von Kani Alavi überzeugen durch ihre bestechenden Farben. Der bekannte Maler bevorzugt Pastellkreide. „Da ist kein Fremdmaterial drin“, die Übergänge seien so leichter zu erreichen als mit Ölfarbe, sagte der Künstler, der das Lohfeldener Rathaus auf mehreren Ebenen mit großen Blumenbildern und Landschaftsgemälden von Sylt oder Ahrenshoop an der Ostsee erheblich aufgewertet hat. Welf Kerner sorgte während der Vernissage mit Musik auf dem Akkordeon für einen wohlklingenden Rahmen.

Die Besucher erfuhren auch von einem neuen Projekt, mit dem der seit 1980 in Berlin lebende Alavi und internationale Kollegen politische Entwicklungen kommentieren: Auf einer 1,3 Kilometer langen Mauer an der Grenze zwischen Südkorea und dem kommunistischen Bruderstaat im Norden wollen 130 Kunstschaffende aus der ganzen Welt im Oktober 2013 ihren Protest gegen diese Trennlinie erheben. „Solange erzwungene Mauern bestehen, werden Kulturen getrennt bleiben“, sagt Kani Alavi, der als Vorsitzender des Berliner Galerievereins an der Spitze der Initiatoren steht und seine Erfahrungen mit Mauerkunstwerken in das 4-Millionen-Projekt einbringt. (ppw)

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