Die Sanierung des ehemaligen Rüstungsstandorts Hirschhagen ist abgeschlossen

Alle Areale sind nutzbar

Sicher ist sicher: Die Bauwerker arbeiteten in speziellen Schutzanzügen. Archivfoto: zlr

HESS. LICHTENAU / HELSA. „Hier haben wir mit der flächenhaften Sanierung seit 2003 richtig Gas gegeben“ machte Mustafa Dönmez, Referatsleiter Altlastensanierung im Hessischen Umweltministerium, am Freitag in Hirschhagen deutlich. Vertreter des Umweltministeriums, des Regierungspräsidenten Kassel, der Hessischen Industriemüll GmbH (HIM), des Umweltschutzunternehmens Arcadis, des Orts- und Projektbeirats, der Stadt sowie der bauausführenden Firmen hatten sich am ehemaligen Rüstungsstandort getroffen, um den Abschluss der Sanierungsarbeiten zu feiern.

Und mit der Werkshalle der Firma Sportwagen Tuning Hirschhagen an der Einsteinstraße war für die Feier ein Objekt ausgewählt worden, „das beispielhaft für die vielen Fälle einer erfolgreichen Nachfolgenutzung von Gebäuden aus der Zeit der Rüstungsproduktion anzusehen ist“, sagte Bürgermeister Jürgen Herwig bei seiner Begrüßung.

„Mit dem Abschluss der Sanierung der Schleifschlammhalde sind alle Sanierungsareale in Hirschhagen abgeschlossen und damit 233 Hektar Land wieder uneingeschränkt nutzbar“, zog Dönmez Bilanz. Für die 80 Betriebe am Ort wurde damit ein wesentlicher Beitrag zur Sicherung, ja sogar zum Ausbau der 580 Arbeitsplätze geleistet. Insgesamt wurden in Hirschhagen durch die Sanierungsarbeiten 200 000 Tonnen kontaminierter Boden zur Müllverbrennung abgefahren. Dabei wurden über 100 Tonnen an Nitroaromaten entfernt. Bei der hydraulischen Sicherung wurden bislang über zwei Millionen Kubikmeter Wasser gepumpt und dabei mehr als fünf Tonnen sprengstofftypische Verbindungen herausgefiltert. Zudem wurden über 30 Kilometer Kanal erkundet und gesichert und 20 Tonnen kristalliner Sprengstoff geborgen und entsorgt. Das Projekt Hirschhagen habe das Land Hessen 105 Millionen Euro gekostet, bilanzierte Dönmez.

Dass in all den Jahren die Einwohner Hirschhagens und des angrenzenden Waldhof/Helsa über den Projektbeirat in die Sanierungsaufgaben eingebunden waren, habe zu einer hohen Transparenz beigetragen, lobte Bürgermeister Herwig die Zusammenarbeit. Auch wenn es nicht in allen Fällen möglich gewesen sei, unterschiedliche Auffassungen zu diskutieren, habe doch so mancher gemeinsame Lösungsvorschlag erarbeitet werden können.

Über die Dauer der Sanierungsarbeiten hinaus bleibt die Wasseraufbereitungsanlage in Betrieb und filtert als unverzichtbare Maßnahme dauerhaft das Grundwasser. (zkm)

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