Umstrukturierung beim Straßenverkehrsamt Kassel – Gemeinden lehnen Reform ab

Alle befürchten Probleme

Rolf

Kreis Kassel. Die Stimmung im Kasseler Amt für Straßen- und Verkehrswesen (ASV) ist denkbar schlecht: Viele Mitarbeiter sind verunsichert und fragen sich, was ihnen die Zukunft bringen wird. Denn die Landesregierung will das bisher eigenständige Kasseler ASV ab Januar 2012 als Filiale der Wiesbadener Zentrale führen. Nach diesen Plänen werden die Aufgaben in Kassel künftig beschnitten: An das ASV in Eschwege soll die Planung abgegeben werden, nach Bad Arolsen die Betreuung der Bauprojekte. Nur die großen Bauvorhaben A44 und A49 sollen weiter von Kassel aus gesteuert werden.

Nicht nur bei den 530 Beschäftigten des ASV Kassel kommen diese Pläne schlecht an, auch in den Kommunen des Landkreises – sie sind sozusagen die Kunden des ASV – sieht man das Vorhaben kritisch. Die Bürgermeister und Bauamtsleiter befürchten unisono, dass die Zusammenarbeit künftig schwieriger werden wird. Landrat Uwe Schmidt (SPD) hatte die angekündigte Reform vergangene Woche scharf kritisiert.

„Ich bin nicht begeistert“, sagt Lohfeldens Bauamtsleiter Rolf Schweitzer, „es ist zu befürchten, dass künftig alles länger dauert.“ Der Bauamtsleiter schätzt den kurzen Draht und den direkten Kontakt zu den ASV-Mitarbeitern. Erst jüngst habe man sich beim neuen Bauabschnitt am Lindenberg kurzfristig mit dem ASV abgestimmt und gleich vor Ort wichtige Antworten erhalten.

„Ich finde das nicht positiv“, meint auch Fuldabrücks Bürgermeister Dieter Lengemann (SPD). Es sei zu befürchten, dass die Kommunikation „deutlich schwieriger“ werde. Fuldabrück sei bei Straßenprojekten wie dem achtspurigen Ausbau der A7, dem R1-Radweg und der Instandhaltung der auch durch die Gemeinde führenden Kreisstraßen auf eine reibungslose Zusammenarbeit mit dem ASV angewiesen. „Ortskenntnis ist uns besonders wichtig“, sagt die Erste Beigeordnete Ute Wolfram-Liese (SPD), die zurzeit den Helsaer Bürgermeister vertritt. Erst kürzlich habe man wegen gravierender Verkehrsprobleme durch zwei Baustellenampeln in Helsa mit dem ASV konferiert. Die Mitarbeiter in Kassel seien mit den örtlichen Verhältnissen bestens vertraut. „Vom grünen Tisch ist eine Beurteilung ungleich schwerer“, meint Wolfram-Liese. Man habe ein Interesse daran, dass die dezentralen Strukturen erhalten bleiben.

„Wir haben sehr gute Erfahrungen mit dem ASV in Kassel gemacht“, sagt Niestes Bürgermeister Edgar Paul (SPD), etwa bei der Erneuerung der K6 im Jahr 2006. Er befürchtet, dass es nun „schwieriger wird“.

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Von Holger Schindler

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