Projekt „Klasse 2000“ regt Kinder zu mehr Bewegung an 

Karten richtig zuordnen: Erik (von links), Klassenlehrerin Katrin Eitel, Ben M., Vladyslav und Ben K. lernen mit einem Kartenspiel verschiedene Bewegungsarten kennen. Foto: Helga Kothe

Fuldabrück. Stühle ranstellen. Stehen bleiben. Die Musik startet. „Und nun joggen wir auf der Stelle“, sagt Grundschullehrerin Katrin Eitel auffordernd. Gemeinsam setzen sich 14 Erstklässler in Bewegung.

„Nicht zu schnell rennen. Ihr müsst zwei Minuten durchhalten“, mahnt die Klassenlehrerin. Ein Gleichklang an Schritten ertönt im Klassenzimmer der Grundschule Bergshausen. „Achtung! Alle Hände auf den Tisch.“ 14 Hände schlagen auf die Tischplatte.

So in etwa beginnt jede Woche eine Unterrichtsstunde, die Klaro-Stunde des Projekts Klasse 2000. Es ist das bundesweit größte Unterrichtsprogramm zur Gesundheitsförderung, Gewalt- und Suchtvorbeugung in der Grundschule, an dem die 1. Klasse seit Februar teilnimmt – gefördert durch die Aktion „Kinder für Nordhessen“.

Radiergummi auf dem Kopf

In den Klaro-Stunden dreht sich alles um Gesundheit, Bewegung und Ernährung. Ziel ist es, darüber zu informieren und dafür zu begeistern. Es geht aber auch um den Umgang mit Gefühlen, die Stärkung einer positiven Einstellung zum Körper, die Entwicklung von Selbstbewusstsein und damit um die Minimierung von Sucht- und Gewaltverhalten.

Bewegungsspiel bedeutet für die Schüler, neue Bewegungen kennenzulernen und auszuprobieren. Beispielsweise ein Radiergummi auf dem Kopf balancieren, dabei schnell oder langsam laufen, in die Hocke gehen oder auf einem Bein stehen. „Schau wie einfach“, sagt Erik. Carlotta nickt.

In jeder Klaro-Stunde lösen die Schüler eine Aufgabe. Und auch für zu Hause gibt Katrin Eitel meist einen kleinen Auftrag mit auf den Weg. Beispielsweise: Bewegungsräuber finden. „Habt ihr euch umgeschaut?“, fragt sie. Die Finger schnellen hoch. Das Auto. Der Sessel. Der Computer. Das Bett. „Aber da bewegt man sich doch auch?“ Yasemine und Chris schauen fragend nach vorn.

„Das stimmt. Aber es gibt verschiedene Arten von Bewegung“, erklärt Eitel. „Bewegungsmacher und Dampfmacher.“ Ein Kartenspiel, ein Malbuch und Pantomime helfen zu erkennen, bei welcher Bewegung der Körper mehr leistet. „Wobei ist man aktiv und wobei passiv?“, fragt Eitel. Schaukeln ist ein Bewegungsmacher. Basketball ein Dampfmacher. „Da macht man ja viel mehr“, sagt Anjolina. Und nicht nur bei ihr hat es Klick gemacht. Lernen und verstehen funktionieren in den Klaro-Stunden mit Spaß und ohne Zeigefinger. (pke)

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