Unternehmen schließt Sabotage aus

Linienbus blieb liegen: Alle zehn Radmuttern flogen ab

Endstation: Mit blockiertem Hinterrad blieb dieser Bus am Heiligabend gegen 12.30 Uhr am Herkules-Einkaufszentrum liegen. Alle zehn Radmuttern hatten sich gelöst. Der Busfahrer - links mit hellgrüner Warnweste - regelte den Verkehr. Fotos: privat / nh

Vellmar. Eine Bescherung erlebte der Busfahrer der Linie 43 in Vellmar am Heiligen Abend schon gegen Mittag: In Höhe des Herkules-Einkaufszentrums auf der Straße Lange Wender bohrte sich gegen 12.30 Uhr das linke Hinterrad eines Busses des Unternehmens Sallwey in den Radkasten und blockierte das Fahrzeug.

Alle zehn Radmuttern hatten sich gelöst, lagen zum Teil auf der Straße verstreut oder hingen noch in der abgefallenen Radkappe am Straßenrand, erzählte ein Augenzeuge der HNA: „Die Dinger sind alle weggeflogen.“ Fahrgäste befanden sich zu dem Zeitpunkt nicht im Wagen, erklärte Sallwey-Geschäftsführer Daniel Sallwey dazu auf Anfrage.

Der Bus des Unternehmens fährt für die Bietergemeinschaft Surf, die bei der Neuausschreibung der Strecken den Zuschlag bekommen hatte und im Auftrag des Nordhessischen Verkehrsverbundes (NVV) arbeitet. Der Wagen bedient die Linie 43, die später als Linie 44 die Strecke zwischen der Holländischen Straße und Vellmar-West übernimmt.

Ursache noch unklar

Über die Ursache der Panne herrschte gestern noch Unklarheit: „Ich habe keine Erklärung dafür“, versicherte Daniel Sallwey, dessen Unternehmen zurzeit 32 Busse laufen hat. Dass sich zehn Schrauben fast gleichzeitig lösten, „haben wir noch nie gehabt“. Spuren dafür, dass jemand die Radmuttern absichtlich gelockert haben könnte, habe man bei der Untersuchung des Busses nicht feststellen können: „Sabotage schließen wir zurzeit aus.“

Verschwunden: Alle Schrauben hatten sich bei dem linken Hinterrad des Linienbusses gelöst.

Auch würden die Fahrzeuge regelmäßig gewartet. Der Bus sei laut NVV-Sprecherin Sabine Herms zuvor acht Wochen lang mit neuen Winterreifen problemlos unterwegs gewesen. Der Busfahrer hatte beim Einbiegen auf die Straße Lange Wender ein komisches Geräusch gehört, wenige Meter danach blockierte das Rad. Mechaniker der Firma reparierten den Bus vor Ort so weit, dass er in die Werkstatt in Reinhardshagen gefahren werden konnte.

Ein Unglück hätte aus der Panne werden können, wenn der Bus mit höherer Geschwindigkeit auf der Landstraße unterwegs gewesen wäre, als sich die Muttern lösten. „Der Bus hätte nach dem Blockieren des Rades nach links ausbrechen und auf die Gegenfahrbahn geraten können“, sagte dazu gestern ein Mitarbeiter der Dekra Kassel, Dienstleister für Fahrzeugprüfungen und Gutachten.

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