Eike Knipp ist der einzige männliche Erzieher in den Niestetaler Kindergärten

Allein unter 42 Frauen

Hahn im Korb: Als einziger Mann in den Niestetalern Kindertagesstätten ist Eike Knipp etwas Besonderes, aber kein Sonderling. Lara, Victoria, Nele, Johanna und Laura (von links) jedenfalls finden ihren großen Spielkameraden einfach klasse. Foto: Stier

Niestetal. Gruppenbild mit Mann: Würde sich Eike Knipp im Kreis seiner Arbeitskollegen fotografieren lassen, würde der freundlich lächelnde 27-Jährige mit seinem Drei-Tage-Bart wohl ziemlich herausstechen – so ganz allein unter Frauen.

Doch als Sonderling fühlt sich der Niestetaler kein bisschen: „Ich bin eine von ihnen“, kalauert er und lässt keinen Zweifel daran, dass er seinen Traumjob gefunden hat.

Gelernt hat Knipp eigentlich chemisch-technischer Assistent, doch dann holte er sein Fachabi im Bereich Sozialwesen nach. „Und da hat’s Klick gemacht. Ich wollte einfach mit Kindern arbeiten.

Ganz neu war das für ihn nicht, denn schon seinen Zivildienst hat er in der Kirchengemeinde Niestetal in der Alten- und Jugendpflege geleistet, ist ausgebildeter Jugendleiter, hat Freizeiten und Kirchentage mitorganisiert.

Seit zwei Jahren ist Knipp jetzt Erzieher und sagt: „Das war definitiv eine richtige Entscheidung und das Beste, was mir passieren konnte.“ Kolleginnen, Eltern und Kinder akzeptierten ihn uneingeschränkt, der tägliche Umgang mit den Kleinen sei anstrengend und fordernd, immer aber sehr erfüllend: „Windeln wechseln, Fußball spielen oder einfach kuscheln – ich bin für alles und alle da.“ Abends freilich sei er regelrecht geschlaucht, was bei seiner Freundin freilich auf viel Verständnis stößt – sie ist ebenfalls Erzieherin in Niestetal. Klar ist Eike Knipp, dass man finanziell in diesem Job „keine Bäume ausreißen“ kann. Aber noch ist er kinderlos und kommt gut zurecht. „Geld ist nicht alles, es ist halt ein sehr befriedigender Beruf.“ Und später könne er ja auch mal versuchen, eine Leitungsstelle anzusteuern.

Wichtig wäre es seiner Einschätzung nach, wenn mehr Männer in den Kitas arbeiten würden, damit die Kinder nicht bis zur Gesamtschule nahezu ausschließlich weibliche Bezugspersonen haben. Knipps Rat an seine Geschlechtsgenossen: „Einfach machen.“

HINTERGRUND

Von Thomas Stier

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