Neues Einsatzfahrzeug für Kirchbaunaer Wehr: Stadt kauft Alleskönner für 295.000 Euro

Verstärkung für die Flotte: So sieht das neue Feuerwehrfahrzeug insgesamt aus. Foto: nh

Baunatal. Wenn ein Lkw-Fahrer mit seinem Lastzug auf der Autobahn verunglückt und in seinem Führerhaus eingeklemmt wird, ist seine Bergung schwierig. Der Kirchbaunaer Wehr dürfte ein solcher Einsatz jetzt leichter fallen.

Sie verfügt über eine Rettungsplattform, auf der die Wehrleute mit Spreizer und Schere auf die Höhe des Führerhauses gehievt werden können.

Diese Plattform ist nur eine der technischen Finessen, über die das neue Hilfeleistungsgruppenlöschfahrzeug (HLF), so der Fachbegriff, der Baunataler Feuerwehr verfügt. Am Dienstagabend wurde das 286 PS starke Gefährt feierlich der freiwilligen Feuerwehr übergeben.

295.000 Euro habe die Stadt für das Fahrzeug bezahlt, sagte Bürgermeister Manfred Schaub vor zahlreichen Gästen im Gerätehaus. Die Stadt habe zwar weniger Steuereinnahmen, bei der technischen Ausrüstung wolle man aber keine Abstriche machen, so Schaub. Allein für die laufenden Kosten der Baunataler Feuerwehr investiere die Stadt eine Million Euro pro Jahr.

Baunatal hat viel Geld, die Kirchbaunaer Wehr viel Zeit und Schweiß in die Anschaffung investiert. Das machte ihr Wehrführer Markus Diegeler deutlich. Die Feuerwehrleute hätten dabei über 1000 Stunden ehrenamtliche Arbeit erbracht. Dazu gehören nicht nur die Fahrten der Wehrleute in die neuen Bundesländer, um ein geeignetes Fahrzeug zu finden. Die 36 Mitglieder der Einsatzabteilung mussten auch im Umgang mit dem Fahrzeug geschult werden, und das bei strengem Frost. „Das war eine Superherausforderung. Wir hatten teilweise Eiszapfen an den Klamotten“, sagte Diegeler.

41-mal ausgerückt

Das neue Fahrzeug, das in Luckenwalde bei Berlin ausgerüstet worden ist, erlaube „komplexe Einsätze“, meinte der Wehrführer. Einen Alleskönner auf vier Rädern braucht die Kirchbaunaer Wehr auch. Sie muss für Hochwasserkatastrophen, Brände, Eisenbahnunglücke an der ICE-Schnellbahntrasse, Autobahnunfälle an der A44 und Havarien im immer noch wachsenden Gewerbegebiet gewappnet sein. Im vergangenen Jahr rückten die Kirchbaunaer allein 41-mal zu Einsätzen aus.

Das Fahrzeug sei auch noch einsatzbereit, wenn einmal Personal fehlen sollte, sagte Diegeler.

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