Der Alltag im Rollstuhl

Pfadfinder setzten sich mit dem Thema Behinderung auseinander

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„Nix besonderes – gemeinsam stark“ : Unter diesem Motto setzten sich die Pfadfinder des Stammes Graf Folke Bernadotte intensiv mit dem Thema Behinderung auseinander. Auf dem Foto von links Leiter Marcel Fachinger, Michael Vockenroth, Lukas Kochensperger, Justin Mehl, Lukas Söder, Leiter Rudi Sindelar, Leiter Heimo Franz, Finn Graef, Pascal Kolacki und Alina Ritter. Foto: Rogge-Richter

Vellmar. Am Georgstag haben Pfadfinder des Stammes Graf Folke Bernadotte sich intensiv mit dem Thema Behinderung auseinandergesetzt. So erkundeten sie mit geliehenen Rollstühlen, Blindenstöcken und geschwärzten Brillen das Gelände rund um das Gemeindezentrum.

Dass eine einfache Eingangsstufe einmal zu einer unüberwindbaren Hürde für ihn werden könnte, hätte Pascal Kolacki bis zu diesem Tag nicht gedacht. Der 14-jährige Pfadfinder sitzt an diesem Nachmittag vor der Heilig-Geist-Kirche in Vellmar in einem Rollstuhl und bemüht sich vergeblich, Hindernisse zu bewältigen. Diese waren ihm bislang noch nicht aufgefallen.

Treppen, Bordsteinkanten und zum Beispiel holprige Pflaster machen es Rollstuhlfahrern schwer, sich im Alltag ohne fremde Unterstützung zu bewegen. „Ich finde es erschreckend, wie oft man auf Hilfe angewiesen ist, wenn man nicht laufen kann“, sagt Pascal und steigt nachdenklich aus dem Rollstuhl.

„Nix besonderes – gemeinsam stark“ lautet das Motto, zu dem die Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg das ganze Jahr über verschiedene Aktionen organisiert. Auch der 45 Mitglieder starke Stamm Graf Folke Bernadotte, der zur katholischen Kirchengemeinde Heilig Geist in Vellmar gehört, beteiligt sich daran.

Anlässlich des Georgstags, den die Pfadfinder im Gemeindezentrum feierten, beschäftigten sich die Jugendlichen mit dem Thema „Pfadfinder mit und ohne Behinderung – wir machen es möglich“. Sie erkundeten unter anderem mit geliehenen Rollstühlen, Krücken, Blindenstöcken und geschwärzten Brillen das Gelände rund um das Gemeindezentrum.

„Anhand von Selbstversuchen, Spielen und zum Beispiel Diskussionen, die auf unserem Programm stehen, sollen die Kinder und Jugendlichen ein Verständnis für Menschen mit Behinderung entwickeln – Menschen wie du und ich“, sagt Heimo Franz, Vorstandsmitglied der Vellmarer Pfadfinder.

Seit mehr als 25 Jahren gibt es den Stamm Graf Folke Bernadotte in Vellmar. Je nach Alter in verschiedene Gruppen unterteilt, treffen sich die Wölflinge (sieben bis zehn Jahre), Jungpfadfinder (zehn bis 14), Pfadfinder (14 bis 16) und Rover (16 bis 21) regelmäßig zu den jeweiligen Gruppenstunden im Gemeindezentrum in Vellmar.

Bei den Treffen erleben sie nicht nur Gemeinschaft, sondern auch so manches Abenteuer in der Natur. Kochen, Spiele, naturwissenschaftliche Experimente, Handwerken und unter anderem Campen sorgen bei den Jungen und Mädchen – die an ihrer beigefarbenen Kluft und bunten Halstüchern zu erkennen sind – regelmäßig für abwechslungsreiche Nachmittage.

Von Sarah Rogge-Richter

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