Traditionelle Veranstaltung oberhalb des Herbsthäuschens ist Fest für Mensch und Tier

Almauftrieb hilft der Natur

Almauftrieb oberhalb des Herbsthäuschens: Am Freitag ist es wieder so weit. Dann bringen Landwirte aus der Region ihre Jungrinder auf die Hute-Weiden des Habichtswaldes. Archivfoto: Junker

Schauenburg. Wenn die ersten Jungrinder am Freitag, 9. Mai, gegen 9 Uhr auf den Hute-Weiden unweit des Hohen Grases eintreffen, ist dieses Ereignis wie in jedem Jahr seit 1974 mit einem kleinen Fest für alle Besucher verbunden. Die Menschen können sich an diesem Tag nicht nur an schöner Landschaft und frischer Wald-Luft erfreuen, sondern sich nach der Wanderung mit nordhessischen Speisen und Getränken stärken.

Für die Färsen - junge, weibliche Rinder, die noch nicht gemolken werden - beginnt damit ihr Sommeraufenthalt mitten im Habichtswald, bei dem sie fressend nebenher Landschaftspflege betreiben.

Raue Bergluft

Die Färsen aus mehreren landwirtschaftlichen Betrieben der Region sollen sich in den nächsten sechs Monaten in der raueren Bergluft, mit frischem Futter und klarem Quellwasser zu leistungsstarken Kühen entwickeln.

Für die Landwirte kleinerer landwirtschaftlicher Betriebe in weniger günstigen Lagen ist die mit der Grünlandnutzung verbundene Förderung zudem ein Baustein, der beim Überleben hilft.

Etwa sechs Monate lang werden nun die aus drei Flächen bestehenden Wiesen täglich überprüft, die Rinder gezählt und kontrolliert. Rund acht Kilometer Koppelzäune müssen ständig kontrolliert und bei Bedarf repariert werden.

Ist eine der drei Weideflächen kahlgefressen, wird auf die nächste umgesetzt.. Erst Ende Oktober oder Anfang November geht es zurück in die heimischen Ställe.

Seit 40 Jahren bewirtschaftet die Weidegemeinschaft Elgershäuser Landwirte die vom Hessen-Forst gepachteten Wiesen der Hute. In Spitzenzeiten grasten auf den 520 Meter hoch gelegenen Bergweiden bis zu 140 Milchvieh und etliche Pferde.

Heutzutage werden nur noch um die 40 Rinder aufgetrieben. Der Habichtswald umfasst insgesamt etwa 3300 Hektar, davon sind rund 450 Hektar offenes Grünland.

Auf der Hute - zwischen den beiden FFH-Gebieten Vogelschutzgebiet Hirzstein und dem Seiler Berg, einem ehemaligen Truppenübungsplatz - werden 26 Hektar beweidet, der Rest - insgesamt sind die Wiesen 36 Hektar groß - dient der Heu-Produktion. Damit bewirtschaftet die Weidegemeinschaft rund zehn Prozent aller Habichtswald-Wiesen.

Seit elf Jahren bewirtschaftet

Die Sommerweide wird seit elf Jahren nach dem Hessischen Integrierten Agrarumweltprogramm (Hiap) bewirtschaftet, das heißt Landschaftserhalt durch Bewirtschaftung ohne den Einsatz künstlicher Mineraldünger.

„Durch die Beweidung werden diese Flächen offen gehalten. Ohne die landwirtschaftliche Nutzung würde das Gelände schnell verbuschen“, erklärt der Elgershäuser Ortslandwirt Matthias Göbel. „Die Struktur dieser Landschaft ist historisch gewachsen, ihr Reiz besteht aus dem Wechsel von Wiesen und Wald, das prägt den Charakter des Habichtswaldes.“ ARTIKEL OBEN LINKS

Von Constanze Junker

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