20 Meter hoher Baum in Heckershausen war nicht mehr bruchsicher

Alte Buche musste weichen

Tiefe Einkerbung: Bis zu 50 Zentimeter tief hatte sich die Fäule in das Holz gefressen.

Ahnatal. Ein ungewohntes Bild bietet sich an der Heckershäuser Kreuzung zwischen dem Henschelweg und der Unteren Weinbergstraße. Denn seit kurzem ist die rund 20 Meter hohe und landschaftsprägende Rot-Buche neben der historischen Henschel-Villa verschwunden.

„Der Baum war krank, wir mussten ihn fällen“, erklärt Michael Kröning vom Ahnataler Bauamt.

Im gesamten Baum sei Totholz gefunden worden und im unteren Stamm habe sich Fäule bis zu einem halben Meter in das Innere des Holzes gefressen, heißt es in einer von der Gemeinde in Auftrag gegebenen Analyse, die Sven Hugk, Fachagrarwirt für Baumpflege und -sanierung erstellte. Zudem sei der Baum von Austernseitlingen-Pilzen befallen gewesen.

Dabei war das stattliche Gewächs mit einem Stammumfang von 3,20 Metern in einem Meter Höhe äußerlich gesund. Eine Windlastanalyse ergab, dass die Buche Windgeschwindigkeiten von bis zu 120 Stundenkilometern problemlos standgehalten hätte. Der messbare Wert für die Grundsicherheit lag bei der Rot-Buche gar über dem fünfeinhalbfachen des Wertes, der für die Sicherheit notwendig ist.

Dennoch wollte die Gemeinde kein Risiko eingehen, zumal es sich bei der Unteren Weinbergstraße und dem Henschelweg um Straßen mit einem regen Verkehrsaufkommen handele. Zumal sich das Ergebnis einer Messung mit Schallsensoren als ernüchternd erwies: Die Fäule sei im Inneren des Baumes weit vernetzt gewesen und habe auch die für die Statik des Gewächses wichtige Stammverteilung erreicht. Konsequenz: Die Rot-Buche war nicht mehr bruchsicher. Eine Kürzung des Baumes hätte das Problem aufgrund des rasanten Pilzbefalles nur verlagert, nicht gelöst, heißt es aus dem Rathaus. Weitere Verfahren wären kostspielig und wenig erfolgversprechend gewesen.

„Die Krone hätte gestutzt werden müssen, der Baum hätte sein Aussehen eingebüßt. Die Lebensdauer wäre nur um fünf Jahre verlängert worden“, rechtfertigt Bürgermeister Michael Aufenanger den Entschluss. Letztlich habe die Verkehrssicherheit Vorrang gehabt.

Die Stelle soll neu bepflanzt werden. Ob erneut ein Baum gesetzt wird, ist noch nicht entschieden. (ptk)

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