Alte Stadt, neue Stadt

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Baunatal im Grünen: Im Bild das Parkstadion und Großenritte mit dem Gertrudenstift, fotografiert von der Wiegangslinde in Altenbauna.

Als König Konrad vor 1100 Jahren in Chassala zwei Urkunden ausstellte, lag die erste urkundliche Erwähnung des nahe gelegenen Ortes Altenritte schon 138 Jahre zurück. Im Jahr 775 übergab Erzbischof Lullus die Ansiedlung zusammen mit anderen Besitzungen des Klosters Hersfeld an Karl den Großen.

Heute gehört der Ort zur Stadt Baunatal. Die Struktur der Stadt erschließt sich durch einen Blick in die jüngere Geschichte. Ende der 1950er-Jahre boomte die Wirtschaft in Deutschland. Der Automobilkonzern Volkswagen war mit der Produktion des Käfers und des Transporters erfolgreich und suchte nach neuen Produktionsstandorten. Die Wahl fiel im Jahr 1957 auf das Areal der ehemaligen Henschel Flugmotorenwerke bei Kassel. Schon drei Jahre später war die Produktion in vollem Gange, über 6000 Menschen arbeiteten im neuen Werk. Das hatte Einfluss auf die umliegenden Gemeinden. Altenbauna in unmittelbarer Nachbarschaft des Werkes entwickelte sich rasant. Immer mehr Menschen zogen in die Region, Wohnungen mussten geschaffen und die Infrastruktur ausgebaut werden. Im Jahr 1964 schlossen sich die Orte Altenbauna, Altenritte und Kirchbauna zur Gemeinde Baunatal zusammen. 1966 kam Großenritte dazu, und Baunatal bekam die Stadtrechte verliehen. Das Gebiet des Volkswagenwerks Kassel gehörte nun zur Stadt Baunatal. Im VW-Werk arbeiteten damals mehr Menschen, als die Stadt Einwohner hatte. Die Einwohnerzahl stieg weiter. Zeitgleich registrierte die Nachbarstadt Kassel einen deutlichen Bevölkerungsrückgang – das Nebeneinander der Kommunen war geprägt von der strukturellen Entwicklung. In den 1970er-Jahren wuchs die Stadt Baunatal um die Gemeinden Heringshausen, Guntershausen und Rengershausen.

Im Laufe der Jahre sind die nordhessischen Städte Kassel und Baunatal immer mehr zusammengewachsen, und das nicht nur im Hinblick auf die Bebauung. Die Städte sind durch eine Regiotramstrecke miteinander verbunden.

„Viele unserer Bürger wohnen gern hier im ländlich geprägten Raum. Neben dem breiten Spektrum an sportlichen, kulturellen und Freizeitmöglichkeiten schätzen sie die Anbindung an die Großstadt gleich um die Ecke“, sagt Annette Böhle, Geschäftsführerin der Wirtschaftsgemeinschaft Baunatal.

Städtische Infrastruktur

Mit rund 27 700 Menschen beträgt die Einwohnerzahl der relativ jungen Stadt gerade mal 14 Prozent derer von Kassel, dort leben rund 196 500 Menschen. Dennoch verfügt Baunatal über eine ausgeprägte Infrastruktur. Wettkampftaugliche Sportstätten wie die Rundsporthalle und das Sportbad im Aqua-Park Baunatal werden immer häufiger auch für überregionale Veranstaltungen genutzt.

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Auch regionale Veranstaltungen wie das Weinfest, das Stadtfest und die jährlich stattfindenden Baunataler Automobilausstellung haben sich etabliert, viele davon in der Stadthalle oder auf dem Marktplatz. Dort treffen sich Baunataler und Kasseler aus den benachbarten Stadtteilen. Rund um den Marktplatz sind viele inhabergeführte Läden angesiedelt, die auch Ziel für Einkaufswillige aus Kassel sind.

Ein paar Schritte weiter – vor der Stadthalle – steht eine Bronzeskulptur der Brüder Grimm mit Dorothea Viehmann, der berühmten Märchenerzählerin und Gastwirtstochter aus Rengershausen.

Ohne diese Verbindung zwischen Bürgern Kassels und Baunatals wären wohl einige der Grimmschen Märchen nie zu Papier gebracht worden. (zip)

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