Stadtmuseum Baunatal erinnert an den Abriss von Fachwerkgebäuden in Altenbauna

Das Alte weicht für eine neue Stadt

Nachdenklich: Erich Heider vor dem Zitat von Heinrich Pflug.

Baunatal. „Während einerseits das Ortsbild jener Tage von Baukränen, Erdmassen schiebenden Bulldozern und unzähligen Baustellen bestimmt war und eine zukunftsfrohe Stimmung ausstrahlte, herrschte gleichzeitig an anderer Stelle die bedrückende Atmosphäre von Zerstörung, besonders dann, wenn historisch-gewachsene Lebensbereiche, Gehöfte mit allem, was dazu gehörte, niedergerissen wurden.“

Erich Heider, Mitglied des Vereins für Heimatgeschichte und Denkmalpflege Baunatal, macht bei seiner Führung durch das Stadtmuseum Baunatal auf dieses Zitat aus dem Jahr 1980 aufmerksam. Die Fotowand im Altenritter Museum, die den Abbruch alter Gebäude im Ortskern von Altenbauna 1963 zeigt, verdeutlicht eindrucksvoll, was Heinrich Pflug damit gemeint hat.

Der Wohnungsbau für die Mitarbeiter des expandierenden VW-Werks konzentrierte sich anfangs auf freie Flächen, beispielsweise am Baunsberg. Doch die gemeindeeigenen Flächen reichten nicht aus, Landwirte mussten zwischen 1961 und 1965 dazu gebracht werden, sich von ihren Höfen und Ländereien zu trennen.

Die Fachwerkhäuser wichen Hochhäusern mit maximal zwölf und Geschossbauten mit bis zu sechs Stockwerken. Das ehemalige Dorf Altenbauna entwickelte sich hin zur Industriegemeinde. 1964 überwog bereits der Anteil der zugezogenen Bürger.

Das Stadtmuseum Baunatal im Mühlenweg 4 und das Heimatmuseum Hessenstube in der Ritter Straße 1 in Altenritte sind sonntags von 14 bis 16.30 Uhr und nach Vereinbarung geöffnet. Kontakt: Stadt Baunatal, Rathaus, Stadtarchiv, Tel. 0561/499 21 37, Infos im Internet: www.baunatal.de

Von Bettina Wienecke

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