Erzählkunstabend mit ungewöhnlichen Helden

Von alten und jungen Bäumen

Julia Dörrbecker

schauenburg. Es war mucksmäuschenstill. Man hätte eine Stecknadel fallen hören können. Keiner der 20 Gäste konnte den Blick von Julia Dörrbecker lassen, die von einem alten Zedernbaum erzählte, dem sie auf ihrer Reise in die Türkei begegnet war.

Am Samstagabend fand in der Breitenbacher Märchenwache im Rahmen des Weltgeschichtentags ein Erzählkunstabend statt. Julia Dörrbecker (Großenritte), Katja Vollmar (Petershagen bei Minden) und Walburger Kliem (Schmitten im Taunus) erzählen so fesselnd, dass man meinte, man hätte die Geschichten selbst miterlebt.

Freude, Schüchternheit und Entsetzen standen den drei Damen ins Gesicht geschrieben. Kein Wunder – sie sind Berufserzählerinnen und wissen, wie man ein Märchen spannend gestalten kann. Der Abend lebte von seiner Vielfalt, denn jede der drei Erzählerinnen veranschaulichte den Inhalt auf ihre eigene Art und Weise.

Die neun Geschichten aus aller Herren Länder hatten alle etwas gemeinsam. Die Protagonisten waren Bäume. Die einen alt und knorrig und voller Lebenserfahrung, die anderen jung, schlank und abenteuerlustig.

Manche der Gäste dachten an ihre Kindheit. So wie Barbara Klein (67) aus Hoof. „Jetzt kann ich verstehen, warum meine Enkelkinder so gern Geschichten hören“, sagte sie. Ria Ahrend (76, Altenritte) und Erika Knauf (65, Altenbauna) sind selber Märchenerzählerinnen. Sie finden das Theatralische beim Erzählen gewöhnungsbedürftig, aber es unterstreiche den Inhalt der Geschichten zusätzlich.

Der literarische Abend mit dem Kabarett Herrenzimmer am Freitagabend in der Schauenburger Märchenwache war übrigens ausverkauft. 70 Gäste sahen das Programm „Alles außer Emil – verbotene und verbrannte Autoren in Berlin um 1933.“ (pth)

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