Regionalmuseum in Oberkaufungen zeigt Lesestoff für Schulanfänger mit Kindersoldaten

Altes Bilderbuch verherrlicht Krieg

Lesebücher und Kriegsspielzeug: Eine Vitrine in der Kaufunger Ausstellung Krieg im Dorfleben - Dorfleben im Krieg. Fotos:  Wienecke

Kaufungen. „Wie stellt man Krieg aus?“, fragten sich Ulla Merle und Carmen Weisel vom Regionalmuseum Alte Schule in Oberkaufungen und entschieden sich, beide Seiten zu zeigen. „Viele Kaufunger haben uns berichtet, was sie erlebt haben“, erläutert Ulla Merle. „Wir zeigen aber auch, wie es dazu kam“, sagt sie.

Das Erinnerungsprojekt „Krieg im Dorfleben - Dorfleben im Krieg“ zeigt über 100 Exponate und ergänzt die Dauerausstellung zum Nationalsozialismus im ersten Stock des Museums.

„Durch die Aufzeichnungen der Zeitzeugen erfahren wir, wie absurd der Alltag im Krieg für ein Kind war“, berichtet Ulla Merle. Mit dem Lesebuch „Hurra! - Ein Kriegsbilderbuch“ wurde der Erste Weltkrieg (1914 bis 1918) systematisch verherrlicht. Das Werk von Herbert Rikli aus dem Jahr 1916 enthält Kindersoldaten und niedliche Tiere inmitten von Lorbeerkränzen, Gewehren und Kanonen. Sie stehen hassverzerrt dargestellten Feinden aus dem Ausland gegenüber. Die Ausstellung zeigt das Buch in einer Vitrine gemeinsam mit Kriegsspielzeug. Ergänzend sind Reproduktionen einzelner Seiten als Vergrößerungen zu sehen.

Das Regionalmuseum Alte Schule in der Schulstraße 33 in Oberkaufungen, Tel. 0 56 05 /73 07, www.kaufungen.eu, ist mittwochs, donnerstags und samstags von 14 bis 17 Uhr und sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Eintritt: sechs bis 18 Jahre: 0,50 Euro, Erwachsene: 1,50 Euro.

Von Bettina Wienecke

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