Ausschreibungen für Raum Baunatal und Kaufungen/Niestetal bereits gelaufen – Dramatische Steigerungen im Norden

Der Altkreis Kassel kommt glimpflich davon

Harald Kühlborn

Erleichtert hat Kreissprecher Harald Kühlborn auf die vom Land ausgesetzte Kürzung der ÖPNV-Mittel um jährlich 20 Millionen Euro für 2013 und 2014 reagiert. Damit würden die dramatischen Kostensteigerungen für die Kommunen erst einmal vermieden.

Die Kreisverwaltung hat einmal ausgerechnet, welche Verteuerungen auf Kreis und Kommunen im schlimmsten Fall zukämen, würden die Landesmittel so stark gekürzt, wie es eine Zeit lang aussah. Allein für den Landkreis hätten sich dann die Kosten für die zum Dezember 2013 auszuschreibenden Buslinien von heute 260 000 Euro auf gut 2,1 Millionen Euro im Jahr fast verzehnfacht. Ähnlich stark wären die Kommunen zur Kasse gebeten worden, wollten sie das Busangebot im heutigen Umfang erhalten. Wolfhagen etwa hätte statt 45 000 dann 418 000 Euro zahlen müssen, Calden von heute nichts dann 225 000 Euro, ähnlich wäre es vielen anderen Kommunen im nördlichen Landkreis ergangen. Glimpflich kommen die Kommunen um Baunatal, Kaufungen, Niestetal und Bad Emstal davon, deren Buslinien bereits zum Dezember 2012 ausgeschrieben wurden. Hier beträgt die Steigerung meist nur wenige tausend Euro pro Kommune. Die NVV-Vorschläge, den eigenen Anteil am Defizit zu erhöhen und ab kommendem Jahr ein Netz regionaler Busverbindungen aufzubauen und auch allein zu bezahlen, begrüßt Kühlborn. „Der öffentliche Personennahverkehr muss auf eine andere finanzielle Grundlage gestellt werden, sonst fährt er gegen die Wand“, mahnte der Kreissprecher. Sorgen bereitet ihm der Bereich der Anruf-Sammel-Taxis, bei dem die Kosten geradezu explodieren und sich mehr als verdoppeln. Kühlborn: „Wenn die Angebote zu hoch liegen, können einzelne Aufträge auch gar nicht vergeben werden.“ Dann falle das Angebot weg. Nach Ansicht des Kreissprechers müssen dann neue Modelle gefunden werden. Kühlborn verwies auf das Pilotprojekt „Mobilfalt“ im Werra-Meißner-Kreis, wo Verkehre mit Ehrenamtlichen organisiert werden. „Solche Modelle werden künftig immer wichtiger“, sagte Kühlborn. (tom) Archivfoto: Hühne

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