Ausstellung des Geschichtskreises Vellmar beim Sommerfest fand Anklang

Gehen regelmäßig ins Museum: Ellen Leistner und Irmgard Löber (vorn) betrachten beim Sommerfest des Geschichtskreises Vellmar die vergrößerten historische Ansichtskarten. Fotos:  Wienecke

Vellmar. Ellen Leistner und Irmgard Löber kommen oft ins Heimatmuseum nach Obervellmar, weil sie immer wieder Neues entdecken können. Auch beim Sommerfest des Geschichtskreises Vellmar schauen die 77-Jährige und die 75-Jährige gern vorbei. Historische Ansichtskarten waren in diesem Jahr Thema.

„Wir haben schon das Restaurant Neu-Holland von Heinrich Winzenborn auf einer historischen Ansichtskarte entdeckt“, sagen sie und betrachten nun das Haus des Heilkundigen Robert Wehr aus der Zeit um 1910/1915. Die Sonderausstellung zum Sommerfest dreht sich diesmal um Altvellmar. Peter Lütge ergänzte den Bestand des Geschichtskreises, bei dem er seit zehn Jahren Mitglied ist, mit Motiven aus seiner privaten Sammlung. „Etliche Karten kannte ich noch gar nicht“, bestätigt der Simmershäuser Sammler Willi Nussbaum anerkennend.

Die Idee, die Ansichtskarten nicht im Original, sondern als vergrößerte Farbkopie auszustellen, fand dabei großen Anklang. Auch die Präsentation und die Beschriftung, die Peter Lütge und Karl-Heinz Gauler, der Vorsitzende des Geschichtskreises, erarbeitet haben, wurde gelobt. Die Karten aus der Zeit von 1890 bis 1945 zeigen neben den Schulen, den Bahnhöfen und den Kirchen auch die Vellmarer Gasthäuser.

Sommerfest des Geschichtskreises Vellmar

„Auf diese Weise machten die Gasthöfe Werbung“, weiß Peter Lütge. „Vertreter gingen über Land und suchten nach Motiven“, ergänzt Karl-Heinz Gauler. Im Anschluss kommt der Museumsleiter mit Kathi und Oskar Englerth aus Ahnatal ins Gespräch. Kathi Englerth ist auf der Suche nach einer Schaufensterpuppe für Damenmode. Sie plant, ungarndeutsche Trachten ihrer Familie in die Sammlung des Geschichtskreises zu geben und möchte eine der Trachten dabei auf einer Puppe präsentieren. Beim Rundgang durchs Museum bewundert Kathi Englerth den mit Wäsche gefüllten Aussteuerschrank. Der Schrank stammt von der Familie Jäger aus Obervellmar, erfährt sie später. „Mein Vater wurde 1910 in Hohenkirchen geboren“, berichtet Hannelore Jäger auf Nachfrage. „Bei seiner Heirat hat er den Schrank mit nach Obervellmar gebracht, wo unsere Familie heute noch wohnt.“ Ein historischer Brief von 1862 wurde in Gemeinschaftarbeit entziffern. Die kurfürstliche Polizeidirektion teilte dem Bürgermeister zu Niedervellmar hierin mit, dass ein Bürger aufgrund zwei kleiner Diebstähle zu einem Jahr Zuchthaus verurteilt wurde.

Von Bettina Wienecke

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