Analyse: Arbeit im Verein belohnt der Wähler

Baunatal. Wer sich im Vereinsleben engagiert, den belohnt der Wähler: Vor allem eine Reihe von Wahlergebnissen der SPD in Baunatal stützt diese These.

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Bei den Sozialdemokraten wurde etwa Parlamentsneuling Heinz Bachmann, früher Vorsitzender des Großenritter Sportvereins GSV Eintracht Baunatal, von den Wählern um 14 Plätze auf den zehnten Rang katapultiert. Weitere Veränderungen bei der SPD belegen auch den Effekt, dass Bekanntheit hilft:
• Anette Milas (Frauen helfen Frauen, Großenritter Carnevalsgemeinschaft) schaffte den Sprung von Listenplatz 16 auf Rang sechs.
• Rudi Becker (Sozialverband VdK Altenbauna), schon bislang Stadtverordneter und auf Platz 34 angetreten, kam als Nummer 23 ins Ziel.
• Wilfried Berninger (Vereinsgemeinschaft Kirchbauna), bisher Stadt und als 15 nominiert, landete auf Rang acht. Bei der CDU könnte zum Beispiel Herbert Engel (evangelisch-freikirchliche Gemeinde) vom Bekanntheitsgrad profitiert haben. Er verbesserte sich um vier Plätze auf den vierten Rang. Ansonsten hatte Partei- und Fraktionschef Andreas Mock schon in einer ersten Stellungnahme zum CDU-Rückgang um 7,4 Prozent eingeräumt, die SPD sei in den Vereinen besser verankert.

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Unterdessen werden in den Parteien Weichen fürs neue Baunataler Stadtparlament gestellt. Aufgalopp soll am 2. Mai sein.

Die CDU braucht nach ihrer Wahlschlappe offenbar Zeit. Mock hat nach einer ersten Sitzung am Montagabend einen zweiwöchigen Urlaub angetreten. Danach wolle er entscheiden, ob er erneut für Fraktions- wie Parteivorsitz, nur für ein Amt oder gar nicht kandidiere, sagt der 38-jährige Jurist. Er müsse zunächst für sich selbst Klarheit gewinnen. Zudem sei zu berücksichtigen, dass die Fraktion von 13 auf zehn Köpfe geschrumpft ist und damit weniger Personen für Ämter bereitstehen.

Mock bestreitet Unmut innerhalb der CDU. In der Partei hatten in jüngerer Zeit junge Leute das Zepter zulasten altgedienter Parteifreunde in die Hand genommen. Carmen Kipping geht davon aus, dass sie als SPD-Fraktionschefin bestätigt wird, obwohl Reiner Heine sie in der Wählergunst überholte. Sie habe mit Heine gesprochen, dieser wolle nicht antreten. Nach Kippings Einschätzung ist die erneute Nominierung von Peter Lutze als Stadtverordnetenvorsteher ebenfalls unstrittig. Einzige Abgeordnete der FDP ist nach der Wahl Vorsitzende Marion Geisler-Annemüller, sie landete vor dem als Nummer eins gelisteten Fraktionschef Dr. Heribert Brungs. Sie habe noch nicht entschieden, ob sie das Mandat ausübe, sagt Geisler-Annemüller. (ing)

Stadtverordnetenversammlung

Die neue Baunataler Stadtverordnetenversammlung (45 Sitze) setzt sich nach dem vorläufigen Endergebnis der Kommunalwahl aus 17 Frauen und 28 Männern zusammen. Beispielsweise durch Wahlen in den Magistrat und Nachrücker können sich allerdings noch Namen ändern.

CDU (zehn Mandate/bisher 13) Andreas Mock, Frank Eskuche, Mathias Finis, Herbert Engel, Sebastian Stüssel, Jacqueline Lopez Wismer, Jürgen Prinz, Michela Santoro, Patrick Weilbach und Wilfried Albrecht.

SPD (28 Mandate/bisher 29) Peter Lutze, Reiner Heine, Carmen Kipping, Karl-Hermann Herbst, Katharina Pawlik, Anette Milas, Dr. Petra Kannappel-Miller, Wilfried Berningern, Wolfram Meibaum, Heinz Bachmann, Ralf Löber, Luigi Coppola, Ursula Gerstung-Otoo, Uwe Schneider, Daniel Aschenbrenner, Hans Moulliet, Karin Dellit, Florian Schuck, Stefan Weber, Sybille Gibhardt, Monika Jäger, Helmut Norwig, Rudi Becker, Ralf Wicke, Corinna Roos, Tanja Gantarev, Sheila Alderson und Henry Richter.

FDP (ein Mandat/ bisher zwei Sitze) Marion Geisler-Annemüller.

Grüne (sechs Mandate/bisher ein Sitz) Edmund Borschel, Sandra Altmann, Norbert Kraft, Kamela Mohtezebsade, Lieselotte Borschel und Arnold Dittmar.

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