Landkreis will vor allem Platznot an Theodor-Heuss-Schule beenden

Anbau von zwölf Klassen geplant  

Zuwachs für Theodor-Heuss-Schule: Im Westen sollen nach einem Vorschlag des Landkreises Kassel acht Klassenräume angebaut werden. Das Luftbild entstand 2011, also vor dem Bau des Aldi-Kreisels und der Umgestaltung der Friedrich-Ebert-Allee.  Foto: Prall/nh, Montage: HNA

Baunatal. Um den Mangel an Klassenräumen in Baunatal zu beheben, wird der Landkreis Kassel vermutlich an die Theodor-Heuss-Schule (THS) und die angrenzende Grundschule am Stadtpark anbauen. Damit will der Schulträger der steigenden Kinderzahl in der VW-Stadt begegnen.

Die ansteigende Kinderzahl führte bereits dazu, dass seit 2011 THS-Schüler in eigens aufgestellten Containern unterrichtet werden. Im Kreishaus ist im Visier, dass die Anbauten zum Schuljahresbeginn 2014/2015 stehen.

An der THS sollen zum Park hin – angedockt an die Cafeteria – weitere acht Klassenräume entstehen. Bei der Stadtpark-Schule sei noch nicht klar, ob man ebenfalls anbaue – dann zur Rundsporthalle hin – oder aber um ein Geschoss aufstocke, sagt Landrat Uwe Schmidt, der auch Schuldezernent ist. Auf jeden Fall plane man für die Grundschule vier zusätzliche Klassenzimmer.

Vom Tisch ist die Idee, die heutigen Räume der Stadtpark-Schule der THS zu überlassen und eine neue Grundschule an der Erich-Kästner-Schule (EKS) hochzuziehen. Die Untersuchung der Bereiche durch ein Architekturbüro habe ergeben, dass die THS-Lösung die günstigste sei, erläutert der Landrat.

Andere Grenzen

Er betont, es handele sich um eine Idee der Verwaltung, die von keinem Gremium des Kreises abgesegnet sei. Der Vorschlag schließt ein, dass die Schulbezirksgrenzen geändert werden, um die Friedrich-Ebert-Schule am Baunsberg und die Langenbergschule in Großenritte zu entlasten.

Und: Hätte man den Standort der Stadtpark-Schule aufgegeben und diese zur EKS verlegt, hätte das sicherlich viele Diskussionen und Verunsicherung von Eltern bewirkt, davon ist Schmidt überzeugt.

Ein Teil des Themas ist auch, dass der neue Schulentwicklungsplan, der im Februar im Kreistag beraten wird, die Ebert-Schule als offene Ganztagsschule vorsieht. Dafür braucht sie mehr Räume.

Debatten um Außenflächen, die zur THS gehören, versucht das Kreisoberhaupt vorzubeugen: Wesentliches falle nicht weg, sagt Schmidt.

Bei den Kosten geht er von einer einstelligen Millionensumme aus, will aber keinen Betrag nennen, um die Preise nicht zu verderben. Auf jeden Fall setzt der Kreis auf finanzielle Unterstützung der Stadt Baunatal für sein Bauprojekt. Positiive Signale aus dem Rathaus gibt es Schmidt zufolge.

Geklärt werden müsse zunächst die rechtliche und steuerliche Seite des Vorhabens – auch, weil die THS einer Projektentwicklungsgesellschaft gehört. Deren wichtigster Anteilseigner ist allerdings mit 96 Prozent der Landkreis. Dennoch: „Das ist ein komplizierter Prozess“, sagt Schmidt. Zurzeit laufe die Feinplanung für das Projekt, und man warte auf die Entscheidung der Stadt Baunatal in Sachen Geld.

Von Ingrid Jünemann

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